Abfalldeponie mitten im Wohnquartier – in Tenniken stinkts «Wir halten das nicht mehr aus!»

TENNIKEN - BL - In Tenniken steht eine stinkende Abfallsammelstelle mitten im Wohngebiet. Die Anwohner können vor lauter Fliegen nicht mehr die Fenster öffnen.

  • Publiziert: 05.10.2012
  • Von Thomas Röthlisberger
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Hier wird der Abfall des ganzen Dorfes gesammelt. Geleert wird alle 3 bis 4 Wochen.

(zvg)

Ein penetrantes Summen stört die Idylle von Tenniken im Diegtertal. Seit die Gemeindeverwaltung vor gut einem Jahr mitten in einem Wohnquartier eine Abfallsammelstelle einrichtete, sind im 900-Seelen-Dorf der Teufel und die Fliegen los.

«Der Container für die Abfallsäcke ist nicht dicht», berichtet Christa Siegrist, die gleich gegenüber wohnt. «Unten läuft die unappetitliche Sauce raus. Der Gestank lockt Maden und unzählige Fliegen an.» Geleert werde der Container nur alle drei bis vier Wochen.

Balkon ist No-Go-Zone

Obwohl hier der Müll des ganzen Dorfes gesammelt wird. Siegrists Balkon ist daher No-go-Zone. Und in der geplagten Nachbarschaft habe man sich mittlerweile da­ran gewöhnt, die Fenster stets geschlossen zu halten.

Doch die Schmeissfliegen dringen trotzdem in die Wohnungen ein. «Beim Zmittag ist jeweils einer mit dem Tätschen beschäftigt, während der andere isst.» Unter dem ständigen Summen leidet auch die Nachtruhe.

Beim TÜZ, dem tierärztlichen Überweisungszentrum, das hier Tiere aus der ganzen Schweiz behandelt, dringen die Fliegen bis in den Operationssaal vor. «Es muss endlich etwas geschehen», sagt Christa Siegrist.

Gemeinde unternimmt nichts

Viele leben hier in ­Eigentumswohnungen, vor den Fliegen wegzuziehen, ist keine Option. «Briefe oder Telefonate werden von der Gemeinde abgeblockt.» Die Sammelstelle sei in ­einer zweijährigen Versuchsphase, heisse es da.

«Aber wir halten das nicht noch ein weiteres Jahr aus.» Auf Kantonsebene sage man ihr, das sei eine Sache der Gemeinde. «Gäbe es hier ein Restaurant», sagt Siegrist, «wäre das Problem gelöst, dann hätte sich längst das Lebensmittelinspektorat eingeschaltet».

Die zuständige Gemeinderätin war auch für Blick.ch leider nicht erreichbar.

Beliebteste Kommentare

  • Meier  Daniel
    ganz einfach; sich zusammentun, Bagger oder anderes Gerät organisieren und die Container vor die Häuser der verantwortlichen Politiker abladen.
  • beatrice  eggmann
    Und das erstaunlichste ist, dass das wirklich in der sonst so sauberen Schweiz passiert! Wenn man das in Napoli vorfindet, dann erstaunt das nicht mehr oder in einem 3 Welt Land, in den Slums, etc
    Aber halloooo, Tenniken im Diegtertal ist zwar ein kleines Kaff, aber das kann man doch seinen Einwoher nicht zumuten! Mein Rat: Zahlt keinen Rappen Steuern mehr bis eine akzeptable Lösung gefunden wird!

Alle Kommentare (19)

  • Werner  Schelling , via Facebook
    bei uns ist es dasselbe alles wird einfach hingestellt ob möbel oder küchenabfälle und niemand reagiert
    w.s. aus bellach
    • 06.10.2012
    • 17
    • 1
  • Rudolph  Stucki , Hudson
    Ich weiss nicht,ob diese Reportage auch im gedruckten Blick erscheint. Es zeigt aber sicher, dass der Blick-on-line vieleLeser hat. Vielleicht sollte jemand in Tenniken diese Seite ausdrucken und der unerreichbaren zustaendigen Gemeinderaetin senden, damit sie sich ein Bild davon machen kann was Buerger nicht nur in Tenniken,sondern ueberall wo der Blick gelesen wird , von dieser ganzen zum hohen Himmel stinkenden Geschichte haelt
    • 05.10.2012
    • 28
    • 2
  • Oliver  Wyss , Uttigen , via Facebook
    wenn er zu weit weg steht motzt ihr ja ihr müsst zu weit laufen: aber auch an dem gewählten standort ist dies nicht korrekt aufgebaut: warum ist dies nicht unterirdisch gebaut? das wäre viel einfacher und seiht schöner aus: deckel auf reinwerfen deckel zu. und das ganze unterirdisch...
  • Erni  Theodor
    ganz einfach, Lastwagen organisieren und den Container der Gemeinderätin vors Haus stellen!
  • Alan  Schmid , via Facebook
    Alle drei bis vier Wochen wird der Container geleert? Für was zahlt ihr dort eigentlich Steuern?
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