Vor Risikospiel FCB-GC So tricksen Basler Fans die Polizei aus

Die Polizei wollte Basler Fans in den Extrazug zwingen. Nun reisen sie einfach früher an.

  • Publiziert: 27.07.2012
  • Von Philipp Schrämmli
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Fan-Marsch: Die Zürcher Polizei sieht ihn nicht gerne (Mai 2011 in Zürich).

(Keystone)

Was morgen in Zürich passiert, kann niemand sagen. Was man jedoch sicher weiss: Die Taktik der Zürcher Polizei ist schon jetzt gescheitert. Sie wollte die FCB-Fans in einen Extrazug zwingen, indem sie den Verkauf von Tickets für den Gästesektor nur dort erlaubt. Einen Marsch der Fans zum Stadion wollte man zwar zulassen, aber so eng begleitet, dass die Polizei beim Abbrennen einer Fackel sofort hätte einschreiten können.

Die FCB-Anhänger goutieren diese Massnahmen nicht. Zum einen, weil wegen des «Kombi-Tickets» alle FCB-Fans – auch solche, die in Zürich leben – zunächst nach Basel reisen müssten, um den Extrazug zu besteigen. Zum anderen, weil die Fans befürchten, dass die Polizei schon bei dem geringsten Vorfall eine Massenverhaftung anordnen könnte – so wie 2004 in Altstetten. «Es tönt wie Hohn, wenn die Zürcher Polizei von Deeskalation spricht», schreibt die Muttenzerkurve auf ihrer Webseite.

«Fans haben Angst vor einer Eskalation»

Stattdessen reisen die Fans nun individuell und frühzeitig nach Zürich. Bereits um 12 Uhr besammeln sie sich am Bahnhof; das Spiel gegen GC wird erst um 19.45 Uhr angepfiffen. Ein «Sommerausflug» nach Zürich soll es werden. Im FCB-Forum geben sich die Anhänger gegenseitig Badetipps.

Thomas Gander von der Basler Fanarbeit mag für den morgigen Tag keine Prognose abgeben. Er habe auch erst heute von diesem Vorhaben erfahren. «Die Fans haben Angst, dass die Nulltoleranzstrategie der Polizei zu einer Eskalation führen könnte.» Schon bei den letzten Auswärtsspielen in Zürich haben die Fans das «Begrüs­sungskomitee» der Polizei umgangen. Einmal fuhren sie direkt wieder nach Hause, dann reisten sie individuell nach Zürich und besammelten sich in der Stadt. Und zuletzt organisierten sie einen Autokorso. Die Zürcher Polizei will das Vorgehen der Fans nicht kommentieren.

Beliebteste Kommentare

  • Müller  Adrian
    Irgendwie habe ich das Gefühl das die Zürcher Polizei keine Interesse daran hat eine ruhige Fangemeinde zu haben. Bis auf die Repression der ZH Polizei ist von Fan Seite schon lange nichts mehr passiert. Die Fans haben in letzter Zeit eine klare Tendenz gezeigt ihre Meinung ohne Gewalt zu vertreten, zB durch fernbleiben im Stadion. Die Fans haben gemerkt das sie es durch Gewalt und daneben benehmen nur noch schlimmer machen. Und nun fällt der ZH Polizei nichts anderes ein als wieder gegen die Fans zu bashen, die gute Tendenz wird mit Füssen getreten. Für mich stinkt das zum Himmel und beweist das die Polizei wie auch Politik keine Ahnung haben.
  • Christian  Schaub , via Facebook
    spielt morgen eigentlich der FCB oder die Fans ? Ich lese nur überall den überaus wichtigen Teil der Anreise... früher gings noch um Fussball, heute stehen die anderen im Vordergrund... ich persönlich finds nur noch lächerlich !

Alle Kommentare (25)

  • Roland  Hunziker , via Facebook
    Verhaltet euch wie zivilisierte Menschen dann braucht es keine Polizei. Wir wollen keine Pyros, keine Gewalt dafür Fussballfeste. Ultras und Hooligans bleibt zuhause dann gibt es wieder schöne Fussballspiele!!
  • Markus  Derrer , via Facebook
    Das verhalten der Polizei ist einfach übertrieben!!! Warum so ei n Aufgebot wen es mit viel weniger bis keine polizei einfach viel friedlicher wäre?
    Die Polizei merkt gar nicht das sie der grund sind das es immer wider so extreme auschreitungen gibt!
  • Urs  Schläfli , Zürich , via Facebook
    Immer diese Basler "Fans"!!! Idioten, welche dem Schweizer Fussball ihre Meinung bekanntgeben wollen. Man kann machen was man will, die Muttenzer-kurve ist prinzipiell dagegen!!! 3x schon ein Spiel gegen den FCZ boykottiert, und dann behaupten, Zürich hätte keine Zuschauer!!! Blamabel, Pupertär und grenzenlos frech!!! Bleibt doch zuhause; euch vermisst niemand.
    • Beat  Muff , Zürich
      Ich glaube sie haben da nicht verstanden, dass die basler die letzten drei spiele nicht absichtlich verpasst hat, sondern wegen der polizei nicht an die spiele konnte.
      Ich wohne selber auf der route wo die basler immer friedlich durch gelaufen sind. Ausser ein paar fackeln die gezündet wurde, kam es sehr friedlich rüber. Jetzt möchte die polizei dies unterbinden und macht daraus ein viel grösseres chaos. Basel, gc und fcz fans werden heute in der stadt sein.
      • 28.07.2012
      • als Kommentar auf Urs  Schläfli , Zürich
      • 93
      • 19
  • Frank  Bussmann , Solothurn , via Facebook
    Als Napoleon mit seinen Truppen vor Moskau stand, haben die Moskauer die Stadt angezündet und sich selbst in Sicherheit gebracht. Den Rest kennen wir. J - Spass beiseite, aber diesem Mob möchte ich nicht mal in einem Schützenpanzer begegnen. Das sieht eher aus wie eine Szene aus dem Arabischen Frühling als wie vor oder nach einem Fussballspiel.
  • Peter  Kaufmann , Oftringen
    Was die Zürcher Polizei sich erlaubt ist ein Kasperlitheater pur. Hoffe nur nicht, dass Sie wie auch schon friedliche Schüler festnehmen, die aus Freude ein Spiel ansehen gehen. Der 1. Mai in Zürich gehört der Polizei und deren Idioten, aber sicher nicht um zahlende Basler Fans abzufangen und grundlos einzusperren.
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