Die Polizei wollte Basler Fans in den Extrazug zwingen. Nun reisen sie einfach früher an.
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Fan-Marsch: Die Zürcher Polizei sieht ihn nicht gerne (Mai 2011 in Zürich).
(Keystone)Was morgen in Zürich passiert, kann niemand sagen. Was man jedoch sicher weiss: Die Taktik der Zürcher Polizei ist schon jetzt gescheitert. Sie wollte die FCB-Fans in einen Extrazug zwingen, indem sie den Verkauf von Tickets für den Gästesektor nur dort erlaubt. Einen Marsch der Fans zum Stadion wollte man zwar zulassen, aber so eng begleitet, dass die Polizei beim Abbrennen einer Fackel sofort hätte einschreiten können.
Die FCB-Anhänger goutieren diese Massnahmen nicht. Zum einen, weil wegen des «Kombi-Tickets» alle FCB-Fans – auch solche, die in Zürich leben – zunächst nach Basel reisen müssten, um den Extrazug zu besteigen. Zum anderen, weil die Fans befürchten, dass die Polizei schon bei dem geringsten Vorfall eine Massenverhaftung anordnen könnte – so wie 2004 in Altstetten. «Es tönt wie Hohn, wenn die Zürcher Polizei von Deeskalation spricht», schreibt die Muttenzerkurve auf ihrer Webseite.
Stattdessen reisen die Fans nun individuell und frühzeitig nach Zürich. Bereits um 12 Uhr besammeln sie sich am Bahnhof; das Spiel gegen GC wird erst um 19.45 Uhr angepfiffen. Ein «Sommerausflug» nach Zürich soll es werden. Im FCB-Forum geben sich die Anhänger gegenseitig Badetipps.
Thomas Gander von der Basler Fanarbeit mag für den morgigen Tag keine Prognose abgeben. Er habe auch erst heute von diesem Vorhaben erfahren. «Die Fans haben Angst, dass die Nulltoleranzstrategie der Polizei zu einer Eskalation führen könnte.» Schon bei den letzten Auswärtsspielen in Zürich haben die Fans das «Begrüssungskomitee» der Polizei umgangen. Einmal fuhren sie direkt wieder nach Hause, dann reisten sie individuell nach Zürich und besammelten sich in der Stadt. Und zuletzt organisierten sie einen Autokorso. Die Zürcher Polizei will das Vorgehen der Fans nicht kommentieren.
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