Widerstand Sexmesse sorgt für rote Köpfe

  • Aktualisiert am 02.01.2012
  • Von Romina Lenzlinger

Drei Wochen vor dem Auftakt zur Extasia wollen Basler Kirchen und Politiker die anrüchige Schau verhindern.

Es schien doch noch alles glatt zu laufen für die Organisatoren der Sexmesse Extasia: Nachdem die Zürcher die schlüpfrige Veranstaltung mit Schimpf und Schande aus ihrem Kanton verbannt hatten, gewährten die Basler spontan Asyl: Sie erteilten eine Bewilligung für die St.-Jakob-Arena. «In Basel herrscht eben noch eine liberale Stimmung in Sachen Erotik», frohlockte Extasia-Organisator Arnold Meyer noch vor wenigen Tagen.

Doch nun dreht sich der Wind auch dort: Knapp drei Wochen vor dem Messeauftakt am 27. November setzen etliche Basler Kirchen zum Protest an. Die Evangelische Allianz berief am Donnerstag eine Sondersitzung ein – mit dem Ziel, die Sexmesse zu verbieten. «Eine solche Veranstaltung tolerieren wir nicht, sie vermittelt ein völlig falsches Frauenbild», sagt Pfarrer Roger Rohner (54). In letzter Minute starten die Geistlichen morgen Montag eine Unterschriftensammlung.

Geplant ist zudem ein Protestmarsch vor der Messehalle. Schützenhilfe erhalten die Kirchenleute von Elisabeth Augstburger (48): Die Politikerin hatte ihre Bedenken bereits Anfang Monat bei der Regierung deponiert. Eine Antwort steht noch aus. «Ich verstehe nicht, warum eine solche werteverachtende Veranstaltung toleriert wird», sagte die EVP-Landrätin. Die Messe sei reine Propoganda für die Sexindustrie. Augstburger befürchtet zudem einen Imageschaden für den Kanton.

Extasia-Organisator Arnold Meyer versteht die Aufregung nicht. «Wir machen nichts Verbotenes – heute weiss doch jeder, dass die Kinder nicht vom Storch kommen.»

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