Schläger Paulo Balicha verhöhnt Opfer und Staatsanwaltschaft Keine Reue – dafür zwei Mittelfinger

REINACH BL - Obwohl bereits zwei Jahre verstrichen sind, seit ein Schlägertrupp Kickboxer Shemsi Beqiris Reinacher Studio heimsuchte, hat die Staatsanwaltschaft noch immer keine Anklage erhoben. Derweil spielt sich der mutmassliche Haupttäter Paulo Balicha als Gangster auf.

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«Für meine haters bommmmmmm Doppelpack hahaha», schreibt Paulo Balicha auf Facebook und postet ein Bild von sich, wie er beide Mittelfinger in die Luft streckt.

Paulo Balicha ist der gnadenlose Schläger, der am 24. Februar 2014 mit einem 20-köpfigen Schlägertrupp das Kickbox-Studio von Ex-«t-Trailer Shemsi Beqiri überfallen hat (BLICK berichtete). Er prügelte sich mit dem Studioinhaber. Die anwesenden Kinder und Jugendlichen, die gerade beim Training waren, wurden von Balichas maskierten Jungs mit Baseballschlägern, Schlagstöcken und angeblich auch mit einer Pistole in Schach gehalten. Balicha ist in Videoaufnahmen des Überfall unmaskiert zu sehen.

Das Kampfsportzentrum Superpro in Reinach BL. Hier kam es zur blutigen Auseinandersetzung. play
Das Superpro Sportcenter von Shemsi Beqiri. In dem Gebäude passierte der Überfall. Beat Michel

Haupttäter Balicha kam zunächst in U-Haft, war aber bald wieder auf freiem Fuss. Seither läuft er im Raum Basel frei herum und verhöhnt derweil seine Opfer und die Staatsanwaltschaft – zum Beispiel mit dem erwähnten Bild auf Facebook. Zudem schrieb er kurz nach seiner U-Haft-Entlassung: «Ich bereue nichts in meinem Leben, denn ich hatte auch die Eier.»

Zoff geht nach dem Überfall weiter

Auch auf der Strasse führt sich Balicha weiterhin als Gangster auf. Der Schläger fuhr schon mehrmals in schwarzen Autos bei Beqiri vor und machte Halsabschneiderzeichen. Dies schreibt die Basler Zeitung heute. Unterdessen musste die Staatsanwaltschaft ein Annäherungsverbot aussprechen, damit der Balicha sein Opfer in Ruhe lässt.

Shemsi Beqiri (27) wurde in seinem Kampfsportzentrum angegriffen. play
Kickbox-Trainer Shemsi Beqiri glaubte, er werde beim Überfall getötet. Facebook
Shemsi Beqiri (l.) mit seinem ehemaligen Schützling, dem jugendlichen Straftäter Carlos. play
Shemsi Beqiri (l.) ist der ehemalige Trainer von «Carlos», der durch sein teures Sondersetting nationale Bekanntheit erlangte. RDB

 

Ansonsten ist seit über zwei Jahren juristisch wenig passiert. Es steht noch nicht einmal ein Gerichtstermin fest. Immerhin wird gegen Balicha wegen versuchter schwerer Körperverletzung und zahlreicher weiterer Delikte ermittelt. Dennoch kann er sich frei bewegen. Das stösst bei vielen sauer auf. Das Verfahren dauere viel zu lange, monieren etwa die Eltern der schockierten Kinder aus dem Kickbox-Studio.

«Die bisher lange Dauer hat die Opfer verhöhnt», sagt Strafverteidiger Jascha Schneider heute zur Basler Zeitung. «Das Rechtsempfinden der Bürger und das Vertrauen in die staatlichen Behörden wird erschüttert, wenn sich Täter über Jahre auf freiem Fuss so verhalten können.»

Hat sich die Staatsanwaltschaft verzettelt?

Schneider wünscht sich für die Staatsanwaltschaft mehr Ressourcen in solchen komplexen Fällen. Denn es wird gegen insgesamt 20 Täter ermittelt. Nebst versuchter schwerer Körperverletzung finden sich unter den Anklagepunkten auch Freiheitsberaubung, Angriff, Nötigung, Hausfriedensbruch, einfache Körperverletzung sowie 37 weitere Straftaten wie etwa illegalen Waffenbesitz von Mitgliedern des Schlägertrupps.

Damit habe sich die Staatsanwaltschaft zu sehr im Verfahren verzettelt, lautet es aus Justizkreisen. Einzelne Mitläufer hätten auch per Strafbefehl mit einer Busse abgeurteilt werden können. Dies lehnte die Baselbieter Staatsanwaltschaft jedoch ab. Aufgrund des Umstandes, dass ausser Balicha alle Schläger vermummt waren und keiner etwas zugibt, ist noch nicht abschliessend klar, wer was getan hatte.

Balicha droht Landesverweis

Immerhin verspricht die Staatsanwaltschaft, noch 2016 Anklage zu erheben. Bis zum Gerichtstermin dürfte es danach aber nochmals mehrere Monate dauern, sodass es gar 2017 werden könnte, bis Balicha und seine Jungs endlich vor den Richter treten müssen.

Das kommt dem Haupttäter gerade Recht, ihm könne es «nicht lange genug gehen», sagt sein Verteidiger Nicolas Roulet. Denn dem vorbestraften Portugiesen Balicha droht der Landesvereweis. (ct)

Publiziert am 14.03.2016 | Aktualisiert am 15.05.2016
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Im Video: Der Kampf zwischen Beqiri und Balicha

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43 Kommentare
  • Michael  Koch 15.03.2016
    Da werden sich sicher ein Dutzend Gründe für die Anwendung der "pfefferscharfen" Härtefallklausel finden. Die Sondersettings stehen bestimmt schon bereit, schliesslich kann er nichts für seine für seine Agressionen! Mit genügend Steuergeldern für Therapiestunden könnte man bestimmt seinen freundlichen Kern hervorrufen.
  • Martin  Haensli , via Facebook 15.03.2016
    Grundsätzlich sollte man einfach vermeiden, diesen Herrn finanziell zu unterstützen. Jeder anständiger Mensch, kann, darf, sollte nach diesem Vorfall das Gym von Balicha meiden. Andy Hug bleibt in Erinnerung, Herr Balicha nicht. (PS: Habe vor dem Vorfall noch nie von ihm gehört, bin seit 1996 ebenfalls Boxer)
    • Domenico  Gravino aus Gordola
      15.03.2016
      Spielt keine Rolle @MHaensli:-). Wikipedia Googeln, denn er ist effektiv ein harter Brocken mit dem nicht zu spassen ist, habe beide auch live Kämpfen sehen, wobei mit dieser Aktion hat er sich und anderen in der Kampfsportszene einen Bärendienst erwiesen! Unabhängig von den vielen Titeln die er hat, seine Demut, Anstand und Respekt sind nicht vorhanden (!) schon weil das ganze vor jugendlichen Sportlern geschah! http://info.sonntagszeitung.ch/archiv/detail/?newsid=276373 lesen Sie den Artikel.
  • Remo  Cadalbert aus Thalwil
    15.03.2016
    Schön lieber Blick jetzt kommt ihr mit dem Landesverweis. Der gute Mann ist ein "gut integrierter Secondo". Der muss ganz bestimmt nicht mit einer Abschiebung rechnen. Und dass das auch zukünftig so bleibt, dafür habt ihr vom Blick ja mit eurer ketzerischen Anti-DSI Kampagne auch gleich gesorgt. Danke nochmals.
  • Pierre  Glöckli , via Facebook 15.03.2016
    Was erwartet ihn schon? 3 Essen bis an die Tür, Fitness, Reittherapie usw.. Vielleicht bekommt er auch nur eine bedingte Strafe.
  • Susanne  Reich 15.03.2016
    Herr Balicha: Für mich sind Sie so ziemlich das Gegenteil von Andy Hug. Er würde sich im Grabe umdrehen. Er hat verstanden dass diese Kampfsportarten viel Disziplin verlangen und bedeuten, dass man auch die entsprechende Einstellung hat und Achtung vor seinen Mitmenschen. Irgendwann kommt zudem alles auf einen zurück, was man macht im Leben. Dies nennt sich Karma. Viel Spass dabei.
    • Michael  Tomov aus Koror
      15.03.2016
      @Reich: oioioi, der balicha wird jetzt aber ganz schön beeindruckt sein, wie sie ihm mit dem karma drohen... zünden sie auch noch ein Cherzli an?
    • Martin  Haensli , via Facebook 15.03.2016
      @Sie treffen den Nagel auf den Kopf - es macht mir den Eindruck, dass Herr Balicha vom Kickboxen allgemein nicht sehr viel mitbekommen hat. Ich rede von Fairness, Achtung für Mitmenschen, Disziplin, etc, etc. Da ändern auch seine Weltmeister Titel etwas daran.