Schildbürger-Streich Basels neue Behinderten-Meldestelle ist nicht rollstuhlgängig

BASEL - Der Regierungspräsident des Kantons Basel-Stadt tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste. Erst schliesst er eine Fachstelle für Behinderte – dann eröffnet er eine Meldestelle mit einem entscheidenden Mangel.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Durchstart-Versuch in Basel-Mulhouse ging schief Basler Arzt Thomas R....
2 Im Basler Nagelstudio Deutscher Arzt spritzt ohne Bewilligung Botox
3 Baselbieter Bildungsdirektorin reagiert auf Fall Therwil Handschlag...

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
236 shares
8 Kommentare
Fehler
Melden

Es hört sich an wie ein schlechter Scherz: Eine Meldestelle für Behinderte, die für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich ist. Doch genau so ein Büro hat der Kanton Basel-Stadt am 1. Januar eröffnet. Wie die Tageswoche berichtet, gibt es zwar einen Lift – doch um den zu erreichen, muss man erst die Stufen zum ersten Stock überwinden. Unmöglich für jemanden im Rollstuhl.

Das ist lediglich das neuste Kapitel einer Geschichte, welche sowieso schon für rote Köpfe sorgt. Verantwortlich ist nämlich Regierungspräsident Guy Morin. Der grüne Politiker hat soeben aus Spargründen eine kantonale Anlaufstelle für Behinderte dichtgemacht – trotz heftigen Widerstands der Betroffen. Vor zwölf Jahren hatte der bürgerliche Erziehungsdirektor Christoph Eymann die «Fachstelle für die Gleichstellung von Menschen mit einer Behinderung» ins Leben gerufen. 

Nun hagelt es Kritik. Georg Mattmüller, Geschäftsleiter des Behindertenforums sagt in der «Tageswoche»: «Guy Morin hat die Meldestelle zur Beruhigung der Gemüter aus dem Hut gezaubert und scheint sich nicht sehr viel dabei überlegt zu haben». Auch der Rollstuhlfahrer Beat Ramseyer ist wütend: Es brauche nicht eine Meldestelle, sondern eine Fachperson. «Und dass die Meldestelle nicht mal rollstuhlgängig ist, sagt ja alles!»

Das sieht Regierungspräsident Morin offenbar anders. Zur «Tageswoche» sagt er: «Man kann sich telefonisch, brieflich oder per E-Mail an die Meldestelle Diskriminierungsschutz wenden. Wenn man ein persönliches Gespräch wünscht, wird dieses selbstverständlich so arrangiert, dass eine Mobilitätseinschränkung kein Problem darstellt.» (rey)

Publiziert am 05.02.2016 | Aktualisiert am 05.02.2016
teilen
teilen
236 shares
8 Kommentare
Fehler
Melden

8 Kommentare
  • Stefan  Balz aus Chur
    05.02.2016
    Was für eine himmeltraurige Pfeiffe ist dieser Lokalpolitiker. Unglaublich. Und so einer kriegt Ende Monat für sein Versagen ja sogar noch eine Gage...
  • Roman  Bachmair aus Naters
    05.02.2016
    Der Kanton Basel-Landschaft wusste letztes Jahr schon, warum er den Zusammenschluss mit Basel-Stadt haushoch über "die Planke" schickte. Mit solchen Pumpen kann man ja wirklich nicht zusammen arbeiten, vor allem dann nicht, wenn auch im eigenen Kanton meist noch zu viele Pumpen an der Macht sind.

    Obschon eine damalige Aufgabenprüfungskommission Abhilfe versprach, blieb es bei "Versprechern" und mehr nicht. So läuft es scheinbar auch im Kanton Basel-Stadt.
  • Bruno  Beusch aus Egg
    05.02.2016
    Zeitlich ein bisschen knapp, hoffentlich reichts noch für eine Schnitzelbank an der Basler Fasnacht.
  • tamara  spielhofer aus buochs
    05.02.2016
    Peinlicher gehts nicht mehr. Setzt den herren mal eine woche in den rollstuhl!! Ich glaube hopfen und malz ist bei dem verlohren gegangen .....oder trinkt er?
  • Kay  Eisendraut 05.02.2016
    Klar hat der Regierungspresident versag. Aber alle Sesselfurzer die involviert waren in der Planung auch.