Zu radikal? Reformierte laden Islamist Blancho wieder aus

UTZENSTORF BE – Nicolas Blancho, Präsident des Islamischen Zentralrates, wurde von einer Podiumsdiskussion wieder ausgeladen. Das sorgt beim Zentralrat für Kopfschütteln.

  • Publiziert: 22.04.2010, Aktualisiert: 13.01.2012
  • Von Roman Neumann
play Bei den Bernern unerwünscht: Nicholas Blancho. (Reuters)

Die Utzenstorfer Kirchgemeinde führt am 29. April eine Podiumsdiskussion unter dem Titel «Religionen bewegen die Gemüter» durch. Teilnehmer: ein Vertreter der reformierten Kirche, eine Vertreterin der jüdischen Gemeinde – und Nicolas Blancho.

Der wegen umstrittener Aussagen in die Schlagzeilen geratene Präsident Nicolas Blancho wird nun aber nicht teilnehmen. Die Kirchgemeinde hat ihn wieder ausgeladen – offenbar weil der Flyer in der Gemeinde zu negativen Reaktionen geführt hat, berichtet die «Berner Zeitung».

Stefan Sägesser wird als Vertreter der reformierten Kirche aufs Podium steigen. Er hätte gerne mit Blancho diskutiert. Aber er könne nachvollziehen, dass man ihn wieder ausgeladen habe, «um eine Eskalation zu vermeiden», sagt er der Zeitung.

«Panische Kurzschlusshandlung»

Das kann der Pressesprecher des islamischen Zentralrates, Qaasim Illi, nicht nachvollziehen. Gegenüber Blick.ch sagt er: «Für uns ist die Entscheidung, ihn auszuladen nicht zu Ende gedacht und gleicht eher einer panischen Kurzschlusshandlung.»

Man könne mit Nicholas Blancho sehr sachlich diskutieren. Und überhaupt: Blancho neige nicht zu Provokationen, sagt Illi. Der Utzenstorfer Pfarrer, der Blancho wieder ausgeladen hat, zur «BZ»: «Es war anzunehmen, dass es zu einer heftigen Kontroverse kommen würde.»

Qaasim Illi kann darüber nur den Kopf schütteln: «Die mediale Überbewertung unserer Organisation in den letzten drei Wochen dürfte bei den Veranstaltern für Verunsicherung gesorgt haben.» Man müsse auf die Dauer lernen, mit Herrn Blancho zu leben.

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