«Plötzlich hörte ich einen dumpfen Knall»

  • Publiziert: 11.02.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Roman Neumann

BRISLACH BL – Der Bauernhof Rotenfluh der Familie Hueber in Brislach. 120 Tiere, 64 Hektaren Land. Da brauchts einen Schopf, um alle Maschinen unterzubringen. Doch dann kam Sturm «Quinten».

Morgens um 6.15 Uhr: Dorli Hueber arbeitet mit ihrem Mann Martin im Stall. Die 120 Tiere müssen versorgt sein. Draussen tobt Sturm «Quinten». Die Leserreporterin erzählt Blick.ch: «Ich hörte plötzlich ein komisches Geräusch, ein Knarren und einen dumpfen Knall.» Dann sei der Schwager in den Stall gekommen und habe gesagt: «Wir haben keinen Schopf mehr.»

Draussen dann ein Bild der Verwüstung. Der Maschinenunterstand ist eingestürzt, begrub alle Landmaschinen unter sich.

Und beinahe wäre es zu einem Unglück gekommen: Tochter Sabrina Hueber habe nämlich eine halbe Minute vor dem Einsturz noch das Auto aus dem Schopf geholt und sei weggefahren. Wie knapp sie an einer Tragödie vorbeischlitterte, schildert ihre Mutter: «Als wir draussen den Schaden begutachteten, sahen wir sogar noch ihre Rücklichter.»

Der Sachschaden ist gross, mehrere Hunderttausend Franken, sagt Hueber. «Es ist happig.» Und es sei schlimmer als Lothar gewesen. Hueber vermutet, eine besonders starke Böe habe den Schopf umgerissen.

Drei Millionen Franken Schaden – allein in Zürich

Sturm «Quinten» traf nicht nur die Familie Hueber: In der Schweiz richtete er Schäden in Millionenhöhe an. Allein in Zürich betragen die Sturmschäden rund drei Millionen Franken.

Bei der kantonalzürcherischen Gebäudeversicherung gingen etwa 1000 Meldungen ein. Im Kanton Bern registrierte die Gebäudeversichung 700 Schadenseingänge – für den ganzen Tag rechnet der Versicherer mit 1000 Meldungen.

Im Aargau verursachte der Sturm Kosten von rund zwei Millionen Franken, was 450 Schadensmeldungen entspricht. Diese Zahl dürfte sich auf etwa 700 erhöhen, wie die kantonale Gebäudeversicherung sagte.

Im Kanton Luzern, wo der Sturm besonders stark wütete, entstanden Verwüstungen in Höhe von einer Million Franken. Insgesamt erwartet die kantonale Gebäudeversicherung etwa 300 Schadensfälle.

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