Seit Tagen legt ein Irrer mit Schrauben präparierte Wurststücke in Grenchen SO aus. Auch gestern fand die Polizei Todes-Köder.
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Erschreckend: Wieder lagen Wurststücke im Gras.
(Felix Brodmann)Dreimal täglich dreht Margrit Frank (60) mit Labrador-Dackel-Mischling Faro (11) ihre Runden durch Grenchen SO. Feste Station beim Gassigehen: die Wiese an der Bielstrasse. Hier wälzt sich der Rüde im Gras, tollt mit anderen Hunden, manchmal gibt es von Frauchen Leckerli.
Am Samstag wäre es fast der letzte Halt gewesen. Denn der Mischling frass zwei Wurststücke, die ein Hundehasser mit Schrauben gespickt auf die Wiese gelegt hatte. «Ich sah Faro an irgendwas knabbern, dann hat er so komisch über die Schnauze geleckt», erzählt die IV-Rentnerin.
Margrit Frank ahnt, dass irgendetwas nicht stimmt. Sie durchkämmt das Gras, findet weitere Futterfallen. Sofort geht es nach Hause. «Ich habe wild herumtelefoniert und einen Tierarzt gesucht. Faro lag apathisch in der Ecke, verdrehte schon die Augen.»
Tierarzt Martin Gugelmann (53) erkannte die Gefahr: «Spitze Gegenstände können Magen und Darm aufreissen und zu tödlichen inneren Blutungen führen.» Der Veterinär handelt und eilt mit dem Hund ins Tierspital Solothurn. Dort entfernt er mit Kollegen in einer Not-OP zwei Schrauben aus Faros Magen, rettet dem Hund so das Leben.
Frauchen Margrit: «Ich habe die ganze Nacht nur geweint. Wer macht so etwas?» Das fragt sich auch die Polizei, die am Samstag vier präparierte Wurststücke fand. Unfassbar: Auch gestern lag am Tatort wieder verdächtige Wurst. Thalia Schweizer (31), Mediensprecherin der Kantonspolizei Solothurn, bestätigt: «Die Beamten konnten drei Stücke sicherstellen, allerdings ohne Schrauben. Die Kriminaltechnik prüft nun, ob die Köder vergiftet waren.»
Die Hundefreunde in Grenchen sind jedenfalls alarmiert. Schon in den beiden Vorjahren wurden Futterfallen ausgelegt – und der Täter nie gefasst.
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