Mann zahlt Kaution nach Unfall nicht: Polizei nimmt Frau als Pfand

BASEL - Ein Autofahrer aus Deutschland kollidiert in Basel mit dem Tram. Weil er die verlangte Kaution von 1200 Franken nicht zahlen kann, will die Polizei Frau und Kind als Pfand.

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Schweiz

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Sorin B. ist auf dem Weg nach Hause nach Freiburg im Breisgau, als es passiert. In Basel kollidiert der gebürtige Rumäne mit einem Tram. Er fühlt sich unschuldig und ruft daher die Polizei. Er will, dass diese ein Unfallprotokoll anfertigt.

Die Beamten führen bei B. einen Alkoholtest durch, wie die «Basler Zeitung» schreibt. Er fällt negativ aus. Der Rumäne besteht nun darauf, dass auch der Tramchauffeur blasen muss.

Wie schon zuvor der Tramchauffeur versuchen nun auch die Polizisten, den Rumänen zu einem Schuldeingeständnis zu überreden. Doch dieser findet weiter, dass nicht er ins Tram gefahren sei, sondern das Tram in ihn. Die Polizisten verlangen von ihm zudem eine Kaution über 1200 Franken zur Absicherung der erwarteten Kosten. Dies, weil B. nicht in der Schweiz wohnt.

Nun verlagert sich das Ganze zum Autobahnstützpunkt der Polizei an der Schwarzwaldstrasse.

Doch der Rumäne kann nicht zahlen. Seine Kreditkarte funktioniert auf dem Autobahnstützpunkt an der Schwarzwaldstrasse nicht, er kann auch von Bekannten nichts borgen. 

Die Polizei schlägt dem Rumänen vor, seine neun Monate alte Tochter und seine Frau auf dem Posten lassen,  während er in Deutschland das Geld besorgt. «Ein unverschämter Vorschlag», findet der Rumäne. Und die Basler Polizei? Sie will zum Fall nichts sagen, da es sich um ein laufendes Verfahren handle, wie Martin Schütz, Sprecher des Polizei- und Justizdepartementes auf Anfrage sagt. Nur soviel: «Es ist nicht üblich, dass eine Person als Pfand genommen wird», sagt er. «Und es wird auch nicht gemacht.» 

Trotzdem fährt B. nach Deutschland, um das Geld aus einem Bancomaten zu holen. Doch auf dem Konto sind nur 3 Euro drauf. Mit dem Kontoauszug kehrt B. nach Basel zurück. Nun lässt die Polizei die Familie endlich ziehen. Es ist 8 Uhr abends, der Unfall passiert kurz nach 14.30 Uhr.

Ob der Rumäne tatsächlich Schuld ist oder nicht, das ist zur Zeit noch offen. Die Untersuchungen laufen noch immer. B. versteht das Verhalten der Polizei trotzdem nicht, zumal er eine Autoversicherung habe, die im Falle einer Schuld seinerseits für den Schaden am Tram aufkomme. (rsn)

Publiziert am 14.11.2014 | Aktualisiert am 15.11.2014
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  • Iris  Schipke , via Facebook 15.11.2014
    Also wenn ich im Ausland in einen Unfall verwickelt bin,ob jetzt schuld oder der Unfallvorgang wäre noch zu klären.Zahle ich sicher keine 1200 Fr.Ich habe eine nicht gerade billige Rechtschutzversicherung weltweit.Sie beinhaltet selbstverständlich auch Anwälte für Verkehrsrecht.dann bräuchte ich diese ja gar nicht,wenn ich jedesmal vorsorglich so viel Geld zahlen müsste! es ist ja wohl auch nicht schwierig die Personalien festzustellen.
  • Scarlet  Lenhart 15.11.2014
    Was sind das für Zustände in Basel! Das ist Menschenrechtsverletzung und nichts anderes als FREIHEITSBERAUBUNG !
  • alfred  Ferner aus stansstad
    15.11.2014
    a möchte mal lesen im Blick, sollte so etwas in Deutschland passieren !
    Diese Aktion ist schlicht und einfach typisch Schweizerisch !
    Diese Person hat ein Versicherung und so brauchst keine Kaution.
    b Die Handlung der Polizei ist eine Freiheitsberaubung und eine gravierende Nötigung ....!!! Dieses Agieren kann sehr teuer werden für die Polizisten .
    • Marcel  Zbinden aus Aarberg
      15.11.2014
      Welche Versicherung zahlt denn eine Verkehrsbusse oder eine Geldstrafe? Wahrscheinlich übernimmt Ihre Versicherung auch die Gefängnisstrafe oder wie?
  • Peter  Klein , via Facebook 15.11.2014
    Warum eine Kaution bei nicht geklärter Schuldfrage? Weder die Strassenverkehrsordnung noch das OR schreibt so etwas vor. Wenn man dann von einem Polizeistaat spricht, wird man verbal abgestraft.
    • Thomas  Maeder 15.11.2014
      So etwas steht auch nicht in der Strassenverkehrsordnung oder dem OR, sondern in einem Verfahrensgesetz.
  • Marion  Niwiadomski 15.11.2014
    Ist doch toll, wenn man seine Frau loswerden möchte - einfach die Busse nicht bezahlen und die Polizei behält sie! Ich glaube eher, die Frau und das Kind mussten einfach warten, bis der Unfallverursacher das Geld geholt hat und zwar durften sie an der Wärme warten. Ich finde das nett.