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Flora mit ihrem Vater Durim auf dem Platz vor dem Schulhaus Altlandenberg in Bauma: Hier quälten die Täter das Mädchen.- Blick / Sabine Wunderlin
Morgens um 10 Uhr im Schulhaus Altlandenberg in Bauma: Die kleine Flora (6) will in den Deutschkurs gehen. Die Kindergärtlerin läuft in den Schulkorridor, doch sie kommt nicht weit. Sie läuft Jan* (15) und Luca* (15) über den Weg. Und die schnappen die Kleine, nehmen ihr den Schulthek weg – und packen sie brutal am Hals!
Daneben steht Melanie* (15), eine Kollegin der Quäler. Statt der Kleinen zu helfen, zückt sie ihr Handy und schiesst Fotos. Flora wehrt sich, doch sie hat keine Chance. Widerlich: Im Schwitzkasten wird die weinende Flora fotografiert, die Buben grinsen dabei in die Kamera. Dann lassen die Peiniger von ihr ab, laufen davon. Einer ruft der verstörten Kleinen höhnisch hinterher: «Gsehsch hübsch us!»
Völlig aufgelöst und verängstigt kommt Flora nach Hause. Sie erzählt ihrem Vater Durim M.*, dass Ältere «so Fotos» von ihr gemacht hätten. «Die waren einen Kopf grösser als du, Papa», sagt sie. Durim M. eilt daraufhin mit ihr sofort zum Schulhaus. Mit Hilfe zweier Lehrer können sie einen der Buben identifizieren. Der holt dann Melanie – und auf ihrem Handy finden sich die Bilder der gepeinigten Flora.
Durim ist aufgebracht: «Ich bin schockiert», sagt er. «Diese Kinder nehmen meiner Tochter den Spass an der Schule.» Flora ist verängstigt, macht in der Nacht kein Auge zu.
Schulpflege-Präsident Rudolf Bertels spricht aber von «jugendlichem Blödsinn», der da geschehen sei. Eine Lehrerin hätte das Ganze beobachtet, sie habe ihm berichtet, es sei «absolut nichts gewesen». Für Bertels ist die Sache damit vom Tisch.
Das sieht der Vater von Flora ganz anders. Jetzt müssen die Eltern ihre Tochter immer in den Kindergarten begleiten. Zwar kommen am Freitag Abend die Eltern mit den drei Teenies bei ihm vorbei. Alle entschuldigen sich bei Flora für den Vorfall.
Für Flora müsse die Sache jetzt gut sein, aber verzeihen könne er den Dreien nicht, sagt Durim. «Ich weiss nicht, wie ich meine Kinder integrieren und erziehen kann, wenn ihnen von Schweizern so etwas angetan wird», sagt er. Durim ist Albaner, Muslim, und lebt seit der Kindheit in der Schweiz.
Jetzt wird die Polizei das Gespräch mit den Teenies suchen. Von einer Anzeige wurde Durim auf dem Polizeiposten aber abgeraten.