Durch Loch getürmt Jetzt spricht der Bruder des Basler Ausbrechers

Nach der filmreifen Flucht aus einem Basler Gefängnis spricht jetzt ein Bruder eines der drei Flüchtigen.

  • Publiziert: 23.08.2012
play Auf der Flucht: Bojan Strle. (Kantonspolizei Basel-Stadt)

Seit ihrem Ausbruch aus dem Basler Waaghof-Gefängnis am Sonntag fehlt von Dejan Vipic, Nebojsa Gicic und Bojan Strle jede Spur. In der «Basler Zeitung» meldet sich heute der Bruder von Bojan zu Wort.

«Ich musste Schmunzeln»

«Ich öffnete die Tür und sah rechts vor mir einen Polizisten mit gezogener Waffe», beschreibt Janez Strle* den Moment, als er am Sonntag vom Ausbruch seines Bruders erfuhr. Von den Beamten erfuhr er, dass sein Bruder aus dem Gefängnis getürmt sei. «Ich war total schockiert.»

«Als ich dann erfuhr, wie er geflohen ist, konnte ich es gar nicht glauben. Ehrlich gesagt, musste ich etwas schmunzeln, wie sie ausgebrochen sind», so Janez weiter.

Wo sich sein Bruder aufhält, konnte er den Polizisten allerdings nicht sagen. Er habe Bojan zuletzt vier Tage vor der Flucht im Gefängnis besucht. Weder habe Bojan Andeutungen gemacht, dass er fliehen wolle, noch habe er sich sonst auffällig verhalten.

Bojan wartete auf die Ausschaffung

Bojan und Janez kamen beide im Baselbiet zur Welt. Als Lehrling sei Bojan dann auf die schiefe Bahn geraten. Er beging Straftaten, konsumierte Drogen. 2009 wurde er zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Im Mai dieses Jahres hätte er eigentlich ausgeschafft werden sollen, nach Slowenien, in die Heimat seiner Eltern. «Bojan wollte dort eine Temporär-Stellenvermittlung eröffnen und ein völlig neues Leben beginnen.»

Wegen des Verdachts auf ein neues Delikt landete er stattdessen kurz vor der Ausschaffung in der U-Haft im Waaghof. (rrt)

*Vorname geändert

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