Die überfallene Gemeinde-Präsidentin von Eptingen BL «Ich dachte, es ist zu Ende!»

Renate Rothacher (47) ist der Schreck noch immer ins Gesicht geschrieben. Die Gemeindepräsidentin von Eptingen BL wurde in ihrem Büro überfallen und verletzt

  • Publiziert: 15.08.2012
  • Von Patrik Berger

Am letzten Donnerstag, kurz nach 15 Uhr, trat ein Schweizer (37) an den Schalter von Gemeindeverwalter Thomas Marti (53) aus Diegten BL. «Wir hatten schon ein paar Mal miteinander zu tun. Er wollte etwas mit mir besprechen», sagt Marti. Was, will der Gemeindeverwalter nicht sagen – Amtsgeheimnis!

Das Gespräch verläuft sachlich. «Dann zog ich die Gemeindepräsidentin zurate. Plötzlich ist die Stimmung gekippt.» Der Mann wird laut, schmeisst die Prospekte vom Schalter, geht auf Renate Rothacher (parteilos) los. «Ich versuchte vergeblich, ihn zurückzuhalten», sagt Marti.

Mit aller Kraft drückt der Angreifer die zierliche blonde Frau auf ­einen Bürotisch. Dann würgt er sie mit beiden Händen. «Ich dachte es ist zu Ende», sagt Rothacher. «Ich hatte unheimliche Angst und konnte mich nicht wehren.»

Marti nimmt seine ganze Kraft zusammen und zerrt den Mann von Rothacher weg. Zusammen verschanzen sie sich im Nebenzimmer, rufen die Polizei.

«Als ich die Tür einen Spalt öffnete, stand der Angreifer immer noch da und sagte: Wir sollen keine Angst haben, er mache nichts.» Wenig später kann ihn die Polizei festnehmen. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Beliebteste Kommentare

  •   Heinz Knauser , z.Zeit in Thailand
    Irgend etwas stinkt hier zum Himmel!
    Warum wird der Grund der Auseinandersetzung nicht genannt?
    Nehme mal an dass sich auf der Gemeinde Behörde schon einiges vorher ereignet hat!
    So grundlos ist die Angelegenheit wohl doch nicht.
    Dass sich der Mann falsch verhalten hat ist nicht weg zu sprechen.
    Aber wie hat sich die Behörde verhalten?
    Das ist hier auch die Frage!

  • nicole  schwengeler , hilzingen
    Eigenartig! Da geht ein Mann grundlos auf die Gemeindepräsidentin los? Ich frage mich, was da wohl zuvor Vorgefallen ist. Aber das geht ja wieder einmal unter Amtsgeheimnis!
    Befürworte keinesfalls Gewalt, aber vielleicht ist da jemandem der Kragen geplatzt! Mehr Respekt von Gemeindeangestellten gegenüber der Bevölkerung, vor allem sozial schwächeren, wäre auf gewissen Gemeinden angesagt.

Alle Kommentare (21)

  • Bruno  Egli , Gossau
    Ich, Taxifahrer, warte seit 18 Jahren in Gossau SG auf einen Taxistandplatz in der Gemeinde. Wenn ich wieder mal Druck mache und auf Gleichberechtigung poche, werden als Reaktion einfach die Steuern heraufgesetzt. Der ganz normale Beamtenwahnsinn
    • 15.08.2012
    • 5
    • 2
  • Regina  Stern
    Was bitte soll denn hier zum Himmel stinken? Ich bin ja auch nicht der Meinung, dass die Behörden immer alles richtig machen, aber:

    1. Es ist völlig klar, dass die Behördenmitglieder keine Auskünfte über Gesprächsinhalte oder Sachverhalte geben dürfen. Tun sie dies trotzdem, müssen sie mit Klage rechnen; viele Bürger wissen dies genau und würden keine Sekunde zögern, wegen Amtsgeheimnismissbrauchs zum Anwalt zu rennen.

    2. Der Täterschutz geht bei uns schon so weit, dass ohne Kenntnisse der Sachlage schon im Vorfeld immer die Behördenmitglieder verurteilt werden. Womit diese in ihrem Alltag täglich kämpfen müssen, wird tunlichst verschwiegen.

    3. Es gibt immer mehr psychisch Kranke, Auffällige und Querulanten in unserer Gesellschaft. Sie sind überall anzutreffen: auf den Strassen, beim Einkaufen, in der Nachbarschaft oder wo auch immer. Diese Leute werden nicht plötzlich wieder normal, wenn sie - naturgemäss gehäuft - mit Behörden in Kontakt kommen.

    4. Wer ganz allgemein der Meinung ist, wir würden hier in der Schweiz unter Behördenterror leiden, dem sei zum Auskurieren seiner Wahnvorstellungen ein längerer Aufenthalt in fast jedem anderen Land der Welt empfohlen.
  • Ronnie  Simeon
    Bei den Behörden stinkt es täglich bis zum Himmel. Ob parteilos oder nicht, in solchen Ämter sitzen Menschen, die man in der normalen auserbehördlichen Berufswelt nicht mehr brauchen kann. Bestes Beispiel ist der Beruf als Staatsanwalt / Bundesanwalt. Nur "looser" bekommen solche Stellen.
  • Marc  Hubertus , via Facebook
    Wenn man die täglichen Hetzen in der Presse lesen kann, inkl einiger Aussagen von Politiker/innen muss man sich nicht wunderen was das alles auslösen kann.
    Schon nur hier in dieser Tagespresse, was alles vorausgeschrieben wurde bis hin zum "Einer wollte töten"
    Jedenfalls haben auf vielen Gemeinden die Angestellten vergessen von wem sie bezahlt werden und in wessen Dienst sie stehen, dem Bürger/in.
    Somit sollten sie sich wieder mehr auf das Wesentliche konzentrieren, als diejenigen die sie zu bedienen haben zu schikanieren!
    Vorallem wenn sie immer mit Behauptungen versuchen ihre Unwissenheit und Unkenntnis zu kaschieren
  • Louis  Cyphre , Bern
    Interessant die Kommentare hier! Faszinierend, echt jetzt....
    Da wird der Täter ohne mit der Wimper zu zucken zum Opfer gemacht. Aussagen wie "Von nichts kommt nicht!", "So grundlos ist die Angelegenheit wohl doch nicht" oder hier mein absoluter Favorit "Auch der Täter ist nur ein Mensch!" belegen dies eindrücklich!
    Nur frage ich mich, wie die Kommentare hier wohl ausfallen würden, wenn es sich beim Täter um einen Gott bewahre! Kosovaren handeln würde.
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