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Es ist eine erschreckende Bilanz: 51-mal schlug er in den letzten fünf Jahren zu. 51-mal brannte es in und um Riehen. In leer stehenden Häusern, Scheunen, Garagen und Gartenhäuschen. Es ist das Werk eines irren Feuerteufels. Der Schaden: Hunderttausende von Franken.
Ein Vierteljahr war es jetzt ruhig in Riehen.«Es gab immer Zeiten, in denen er pausierte», sagt Markus Melzl, Sprecher der Basler Staatsanwaltschaft.
Jetzt fürchten Polizei und Feuerwehr eine neue Brandserie. Und ist der Feuerteufel erst mal aktiv, brennt es vor den Toren Basels bis zu drei Mal – pro Monat. «Zuletzt schlug er bei der Pilgermission Chrischona zu», so Melzl. Das war in der Nacht auf vorletzten Samstag, kurz nach 22.30 Uhr. Am Veranstaltungssaal der Mission entstand grosser Sachschaden. Die Polizei ist sich sicher: Situation und Zeitpunkt passen genau ins Muster des Feuerteufels.
Und tatsächlich: Bereits im Juni 2008 zündelt der Pyromane am gleichen Ort. Die Karte von Riehen (siehe rechts) zeigt es deutlich: An praktisch jeder Ecke des Städtchens loderte schon ein Feuer. «Es waren alles Orte, von denen der Täter rasch wieder verschwinden konnte», erklärt Melzl.
Der Täter scheint sehr schnell zu sein – und sehr clever. Seit fünf Jahren narrt er die Polizei schon. «Wir tappen völlig im Dunkeln. Wir können nicht einmal sagen, ob es sich beim Täter um einen Mann oder eine Frau handelt», räumt Melzl ein. Zwar existiert ein Phantombild. «Doch der darauf Gesuchte war lediglich in der Nähe eines Brandorts gesehen worden. Ob er das Feuer gelegt hat, wissen wir nicht.»
Mittlerweile beschäftigt der Brandstifter nicht nur die Schweizer Behörden. «Wir arbeiten eng mit deutschen Polizisten zusammen», so Melzl. Denn: Rund um Lörrach, sieben Kilometer auf der anderen Seite der Landesgrenze, brennt es ebenfalls regelmässig. Melzl: «Wir vermuten, dass er ein Grenzgänger ist. Das wäre auch eine Erklärung für die Pausen.»
Mittlerweile kostet die Fahndung richtig viel Geld. Eine Sonderkommission ist im Einsatz. Und: «Bei einem Brandfall bieten wir immer auch die Grenzwache auf. Sie fahndet dann entlang der Grenze.»
Bis jetzt forderten die Taten des Feuerteufels keine Verletzten. Die Riehener Bevölkerung hofft, dass die Polizei ihn schnappt – bevor es auch dazu kommt.