Er täuschte selbst die Polizei Irrer Stalker verprügelte sich selber

BUBENDORF BL - Ein aus dem Haus geworfener Italiener inszenierte eine wilde Bedrohungsgeschichte, um als «Beschützer» wieder bei Frau und Kind einziehen zu dürfen. Er stellte gar Kreuze im Quartier auf und bewarf das eigene Haus mit Steinen. Höhepunkt war ein vorgetäuschter Angriff auf sich selber.

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In Bubendorf BL inszenierte der irre Stalker die vermeintlichen Angriffe auf seine Familie. maps.google.ch

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Er zerkratzte seinen eigenen Oberkörper, schlug sich mit einem Stein selber gegen den Kopf, daraufhin hauchte er seiner Freundin ins Telefon, sie solle ihm zu Hilfe eilen. Als sie am «Tatort» eintraf, lag der Italiener scheinbar bewusstlos am Boden. Als er «aufwachte», waren seine ersten Worte «ihr Drecksbastarde».

Der Italiener aus Bubendorf BL steht derzeit vor dem Strafgericht Muttenz, berichtet die Basler Zeitung. Es handelt sich um einen besonders irren Fall von Stalking. Der Mann wird angeschuldigt, eine wilde Drohkulisse aufgebaut zu haben, um seine Freundin in Angst zu versetzen. Denn die Frau, mit der er eine Tochter hat, hatte ihn aus dem Haus geworfen. Er wollte es schaffen, als «Beschützer» wieder einzuziehen – was ihm sogar gelang.

Er stellte Kreuze im Quartier auf

Um die konstruierte Story glaubhaft zu inszenieren, verschickte er auch Droh-SMS, verdächtigte ein befreundetes Paar, setzte Todesdrohungen ab, stellte im Quartier Kreuze auf und schmiss Steine gegen das eigene Haus. Selbst die Polizei fiel auf die miese Masche herein und begann zu ermitteln. Sie rückte mehrere Male aus, um die Ereignisse aufzunehmen, und fotografierte Haus und Umgebung. 

Erst bei einer Hausdurchsuchung kamen die Beamten dem Täter auf die Schliche. Dies, weil sie die Telefone fanden, von denen aus er die Droh-SMS verschickt hatte.

Die Staatsanwältin hätte vor dem Richter gerne zwei Jahre Freiheitsstrafe gefordert, doch da die Frau die Strafanzeige unterdessen wieder zurückgezogen hatte, beantragte sie nur noch 20 Monate und eine Busse.

Freundin hat sich mit dem Stalker versöhnt

Das Urteil wurde heute Nachmittag gefällt. Das Strafgericht Muttenz verurteilte den Mann unter anderem wegen mehrfacher Irreführung, Drohung, Beschimpfung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 19 Monaten und 25 Tagen – als leicht unter der geforderten Strafe.   Der Italiener hat bereits eine vorzeitig angetretene, fünfmonatige Haft hinter sich.

Unterdessen hat sich der Italiener mit seiner Freundin versöhnt, schreibt die Basler Zeitung. Er übernachte teilweise wieder bei ihr. (ct)

Publiziert am 29.01.2016 | Aktualisiert am 30.01.2016
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4 Kommentare
  • Daniel  Metzener , via Facebook 29.01.2016
    Jemand, der auf eine solch kriminelle Art und Weise (vortäuschen einer Straftat,Drohung) seine Freundin zurückerobern will, handelt weit abseits vom Normalen. Meines Erachtens ist dieser Mann ein Fall für den Psychiater und gehört in die Klapse.
  • Fritz  Meyer aus Amden
    29.01.2016
    Irgendwie rührt mich diese Geschichte. Auf welche Gedanken manche Menschen kommen, wenn sie verzweifelt sind. Denn das war dieser Mann sicher. Lasst uns den Beiden alles Gute wünschen.
    • Fritz  Meyer aus Amden
      30.01.2016
      Darf ich nochmals einen Gedanken anbringen? Was mich auch berührt, ist die Härte zwischen uns Menschen. Mit Verurteilen sind wir - ich nehme mich nicht aus - fast unheimlich fix. Herrgottnochmal, wie selbstgerecht wir geworden sind! Wir schreien alle nach Frieden und sind wie Nero - Daumen runter - aber wie! Lasst uns doch mal nur ein klein wenig gütig werden. Aber dieses Wort ist sehr altmodisch geworden. Und doch lechzen wir alle danach. Nach Güte.
  • Claudio  Hammer aus Zürich
    29.01.2016
    Na immerhin hat er seine Freundin zurückerobert - wenn doch auch sehr unkonventionell und aufwändig....ware noch interessant zu wissen, ob er nach der Durchsetzungsinitiative dafür aus der CH rausgeflogen wäre....