Eine Stadt entwaffnet sich

  • Aktualisiert am 03.01.2012
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BASEL – Hunderte haben heute in Basel freiwillig ihre unerwünschte Waffen abgegeben. Zum Glück: Einige davon waren sogar noch geladen.

Sturmgewehre, Karabiner, Pistolen, Pumpaction, Vetterli, Mini-Colts, Messer, Bayonette: Im Zeughaus in Basel siehts aus wie nach einer Razzia im Drogen-Viertel von Bogota. Mit dem Unterschied, dass die Knarren hier freiwillig in den Besitz der Polizei gewechselt sind.

Mehrere hundert Personen haben die Gelegenheit benutzt, unerwünschte oder nicht mehr gebrauchte Waffen aller Art im Rahmen einer freiwilligen Entwaffnungs-Aktion abzugeben. Der Ansturm übertraf alle Erwartungen.

Insgesamt sammelten die Spezialisten der Polizei 799 Waffen, davon 459 Schusswaffen, und dazu einige hundert Kilogramm Munition jeglichen Kalibers. Der Rest waren Bajonette, Dolche, Messer in allen Varianten und Hiebwaffen. Sämtliche Waffen sowie die Munition werden nun unter Aufsicht vernichtet.

Vom Langgewehr bis zur Pump-Action

Abgegeben wurden vor allem Armeewaffen: vom Langgewehr über Karabiner bis zu Sturmgewehren und Ordonnanzpistolen aller Art und jeden Alters. Insgesamt wurden 302 Schusswaffen aus Armeebestand abgegeben, darunter auch Raritäten wie Vetterligewehre und Waffen, die im 2. Weltkrieg von deutschen und US-Soldaten benutzt wurden.

Auch bei den 157 abgegebenen privaten Schusswaffen war alles dabei, was Waffenschmiede im Laufe der Jahre ausgetüftelt haben: von der Pump-Action über Jagdwaffen, Pistolen bis zu Western-Revolvern, Sportwaffen und Miniaturwaffen, die durchaus tödlich sein können.

Zwei Dutzend Waffen geladen – Granate im Gartenhaus

Wie sorglos mit Waffen umgegangen wird, zeigte sich unter anderem am Umstand, dass rund zwei Dutzend der abgegebenen Waffen geladen waren. Ein älterer Herr kam zudem vorbei und meldete, er habe in seinem Gartenhaus seit Jahren noch eine Handgranate liege.

Der Aktionstag zur Abgabe von Waffen wird inskünftig regelmässig durchgeführt werden. Weiterhin können Waffen aber jederzeit im Waffenbüro der Kantonspolizei Basel-Stadt im Spiegelhof abgegeben werden. (SDA/bih)

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