Durchstart-Versuch in Basel-Mulhouse ging schief Basler Arzt Thomas R. (61) starb beim Piper-Crash

BASEL - Nach dem Absturz des Kleinflugzeugs am Mittwoch am Euroairport ist nun klar, wer das Todesopfer ist: Der Basler Arzt Thomas R.

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Er galt als erfahrener, guter Pilot – bis er mit seiner Piper am Mittwoch beim Flughafen Basel abstürzte. Der Basler Arzt Thomas R.* (61) kam dabei ums Leben.

Kurz nach 17.30 Uhr leitete er mit seiner Piper PA-34 den Sinkflug Richtung Euroairport ein – rund zehn Minuten später war von der Maschine nur noch ein Feuerball zu sehen (BLICK berichtete). Der Durchstart mit dem zweimotorigen Flugzeug bei der Landung auf die Hauptpiste Nord-Süd misslang Thomas R. Seine Maschine stürzte auf der französischen Seite des Flughafens ab. 

Opfer des Flugzeugabsturzes von Basel ist Arzt play
Die wartenden Passagiere einer British Airways Maschine hatten Glück im Unglück: Das abstürzende Flugzeug flog knapp an ihnen vorbei.  zVg

Ist der Nebel schuld?

Thomas R. war mit dem sechsplätzigen Kleinflugzeug auf dem Rückflug von Nürnberg (D), schreibt der Branchendienst «Aerotelegraph».

Warum er sterben musste, ist bislang unklar: «Gesichert ist nur, dass es beim Landeversuch zu einem Durchstartmanöver kam», sagt Sebastien Barthe, Mediensprecher des französischen Bureau d’Enquêtes et d’Analyses pur la sécurité de l’aviation civile (BEA) zur «Basler Zeitung».

Klar ist auch: Die meteorologischen Bedingungen waren am Mittwochabend schwierig. Dicker Nebel lag über Basel – deshalb wollte der Arzt wohl auch nach Instrumenten landen.

In der Regel seien derartige Flugzeuge mit einem Instrumentenlandesystem (ILS) ausgerüstet und der Pilot besässe das entsprechende Brevet, sagt ein Techniker zur «Basler Zeitung».

«Liebenswürdiger, intelligenter und hilfsbereiter Mann»

«Meines Wissens flog er immer nach ILS, auch wenn die Sichtbedingungen gut waren», sagt ein Bekannter des Verstorbenen. «Er war schon sehr lange Pilot und ist auf verschiedenen Maschinen geflogen.» 

Der Hobbypilot wird von einem Bekannten als «liebenswürdiger, intelligenter und hilfsbereiter Mann» beschrieben. So war Thomas R. unter anderem im Förderverein für medizinische Zusammenarbeit tätig, jahrelang auch im Vorstand.

Häufig sei er nach Afrika gereist, da der Verein ein Spital in Sambia unterstützt. «Er hat sich für die Menschen eingesetzt und war sehr beliebt.»

Der Arzt habe sein Leben genossen: Er sass im Stiftungsrat der Schweizerischen Orchideenstiftung und musizierte als Fagottspieler in einem Basler Orchester. Er hinterlässt eine Lebenspartnerin mit Kindern. (kra)

* Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 09.12.2016 | Aktualisiert am 09.12.2016
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8 Kommentare
  • Kurt  Bär 09.12.2016
    Ich habe selber die CPL/IR Lizenz mit MEP Rating. Wenn die CAT I Bedingungen: Entscheidungshöhe von 200 ft (60 m) über Grund oder mehr und einer Landebahnsicht von mindestens 550 m oder einer Bodensicht von 800 m gegeben sind, so sehe ich keinen Grund einen Flug mit einer PA34-200t in non -icing condition durchzuführen, sofern der Ausweichflugplatz ebenfalls anfliegbar ist. Es brauch einfach eine gute Flugvorbereitung und genügend Training/Flugerfahrung.
  • Jürg  Wüthrich aus Baselland
    09.12.2016
    Aus guter Quelle weis ich, dass (damit die Piloten die Lizenz behalten können) eine gewisse Anzahl Start und Landungen erfolgt werden müssen. Diese Quelle sagte mir, dass es viele Piloten gibt, welche Landen-Durchstarten-Landen usw....und bei jedem Touchdown wird dies als Anzahl gewertet. Vieleicht hat dieser Pilot das übertrieben. Schade für seine Familie und diese Zeit. Mein Beileid.
    • Berger  Thomas aus Bern
      09.12.2016
      Herr Wüthrich, da ist Ihre Quelle nicht verlässlich. Ich bin selber Pilot und die Bestimmungen sehen gemäss Art. 57 vor, dass (Ausweise für Flugpersonal) in den letzten 24 Monaten wenigstens 24 Flugstunden vorzulegen sind wovon 12 in den letzten 12 Monaten. Bezüglich Anzahl Landungen gibt es keine Vorschrift. Diese Bestimmungen gelten für die PPL-Lizenz (der verunglückte Pilot war ja nicht gewerblich unterwegs). Zusätzlich gelten noch Vorschriften für MEP und IFR.
    • Marc  Steiger 09.12.2016
      Berger Thomas: Wenn Sie tatsächlich selber Pilot sind, dann müssten Sie eigentlich wissen, dass nach EASA auch hier in der Schweiz die "12/12/12 Regel" gilt. Also keine 24h in den verg. 24 Monaten, sondern 12 Flugstunden (davon 6 als PIC), sowie 12 Starts/Landungen in den letzten 12 Monaten VOR Ablauf der Lizenz, welche i.d.R. eine Gültigkeit von 2 Jahren hat.
  • Heinrich  Z aus Zürich
    09.12.2016
    Ich war auch Kleinflugzeugpilot, das Wetter war aber immer ein absolutes Kriterium. Ich war eher etwas ängstlich und ging auf Nummer sicher. Probieren geht nun mal einfach nicht. Das checken aber vor allem "erfahrene" Piloten oft nicht. "Bei andern doch , aber bei mir doch nicht".
    • Berger  Thomas aus Bern
      09.12.2016
      Dieser Pilot flog aber nach IFR, nicht - wie vermutlich Sie - nach VFR. Selbstverständlich gibt es auch hier Minimas einzuhalten, aber diese waren zum Augenblick noch gegeben, sonst hätten andere Maschinen ebenfalls nicht mehr starten und landen können.
  • Andi  Schweizer aus Dübendorf
    09.12.2016
    Jemand der bei dieser Witterung mit einem Flugzeug dieser Klasse unterwegs ist tut mir nicht leid. Oftmals wird falscher Termindruck, Selbstüberschätzung und mangelndes Wiederholungstraining zum Verhängnis. Die Unfallberichte zeugen es. Reiche Leute denken oft, dass jeder Fliegen kann und Fliegen sei doch wie Autofahren. (Alles schon gehört in Fliegerkreisen) Zum Glück hat er nicht noch den Airbus von British Airways getroffen und Unschuldige auf dem Gewissen.
  • Andi  Schweizer aus Dübendorf
    09.12.2016
    Interessanterweise sagen nach jedem Absturz eines Kleinflugzeuges die Privatflieger-Kollegen "er war ein guter Pilot". Wiederum heisst es in den meisten Unfallberichten über die Privatpiloten: "Selbstüberschätzung, mangelnde Flugerfahrung, fehlerhafte Risikoeinschätzung, etc."?! Dies widerspiegelt die verzerrte Selbsteinschätzung dieser tollkühnen Privatflieger. An dem Tag wären Linienpiloten (wie ich) nicht mit diesem Kleinflugzeug geflogen wegen des Wetters. Sind wir Hasenfüsse oder ebenProfis