BASEL - Die Baselbieter wollen eine neue Tramlinie. Doch das Projekt kommt nicht vom Fleck. Wegen seltenen Schnecken. Oder wegen Basel-Stadt?
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Hier rechts neben der Strasse am Margarethenstich soll die neue Tramlinie verlaufen.
(Google Streetview)Sie sind zum Teil gerade mal zwei Millimeter gross, die zwölf Schneckenarten, die am Dorenbachviadukt auf der Grenze zwischen Basel-Stadt und Baselland leben. Sie heissen Moospüppchen, Bernsteinschnecke oder Zylinderwendelschnecke. Und sie lassen die Basler das Schneckentempo sprichwörtlich erleben.
Die wirbellosen Tiere werden auf der «Roten Liste» des Bundes als hoch gefährdete Tierart geführt. Und das ist das Problem. Genau durch ihren Lebensraum soll eine neue Tramlinie gebaut werden, berichtet die «Basler Zeitung».
Darum muss jetzt der Lebensraum der bedrohten Schnecken gezügelt werden. Das heisst, der ganze Boden mitsamt seinen seltenen Bewohnern muss an einen neuen Standort versetzt werden. Ob sich die Schnecken dort aber wohlfühlen, sei «eine Lotterie», sagen Basler Naturschützer.
Für die Baselbieter sind die bedrohten Schnecken nur ein Vorwand. Basel-Stadt wolle das 17-Millionen-Projekt verzögern, weil vor allem Baselland von der neuen Tramlinie profitieren würde, der Stadtkanton aber die Hälfte der Kosten tragen soll.
Die Städter weisen das natürlich zurück. «Wir sind intensiv an der Projektarbeit», beteuert Jane Hahn vom Basler Planungsamt gemäss «BaZ».
Eine Verzögerung könnte auch finanzielle Folgen haben: Der Bund übernimmt 40 Prozent der Kosten. Aber nur, wenn 2014 mit dem Bau begonnen wird. Die Schnecken-Züglete dürfte den Baustart aber hinauszögern.
Der Ärger der Baselbieter über das Schneckentempo beim Bauprojekt ist zumindest in finanzieller Hinsicht vergeblich. Der Bund gebe die Subventionen auch bei späterem Baubeginn, so der Basler Projektleiter Hahn. (snx)
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