Tierischer Streit der Halbkantone Diese Schnecke bremst Basler Tram-Projekt

BASEL - Die Baselbieter wollen eine neue Tramlinie. Doch das Projekt kommt nicht vom Fleck. Wegen seltenen Schnecken. Oder wegen Basel-Stadt?

  • Publiziert: 13.08.2012
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Hier rechts neben der Strasse am Margarethenstich soll die neue Tramlinie verlaufen.

(Google Streetview)

Sie sind zum Teil gerade mal zwei Millimeter gross, die zwölf Schneckenarten, die am Dorenbachviadukt auf der Grenze zwischen Basel-Stadt und Baselland leben. Sie heissen Moospüppchen, Bernsteinschnecke oder Zylinderwendelschnecke. Und sie lassen die Basler das Schneckentempo sprichwörtlich erleben.

Die wirbellosen Tiere werden auf der «Roten Liste» des Bundes als hoch gefährdete Tierart geführt. Und das ist das Problem. Genau durch ihren Lebensraum soll eine neue Tramlinie gebaut werden, berichtet die «Basler Zeitung».

Darum muss jetzt der Lebensraum der bedrohten Schnecken gezügelt werden. Das heisst, der ganze Boden mitsamt seinen seltenen Bewohnern muss an einen neuen Standort versetzt werden. Ob sich die Schnecken dort aber wohlfühlen, sei «eine Lotterie», sagen Basler Naturschützer.

Schneckentempo als Vorwand für Basel-Stadt?

Für die Baselbieter sind die bedrohten Schnecken nur ein Vorwand. Basel-Stadt wolle das 17-Millionen-Projekt verzögern, weil vor allem Baselland von der neuen Tramlinie profitieren würde, der Stadtkanton aber die Hälfte der Kosten tragen soll. 

Die Städter weisen das natürlich zurück. «Wir sind intensiv an der Projektarbeit», beteuert Jane Hahn vom Basler Planungsamt gemäss «BaZ».

Eine Verzögerung könnte auch finanzielle Folgen haben: Der Bund übernimmt 40 Prozent der Kosten. Aber nur, wenn 2014 mit dem Bau begonnen wird. Die Schnecken-Züglete dürfte den Baustart aber hinauszögern.

Der Ärger der Baselbieter über das Schneckentempo beim Bauprojekt ist zumindest in finanzieller Hinsicht vergeblich. Der Bund gebe die Subventionen auch bei späterem Baubeginn, so der Basler Projektleiter Hahn. (snx)

Beliebteste Kommentare

  • Oli  Wyss , via Facebook
    Bären, Wölfe, etc. die am Austerben auch bedroht sind erschiesst man. Schnecken jedoch muss man Zügeln?? ist das ein neues sujet für die basler fasnacht??
    • 13.08.2012
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  • Gregor  Meier
    Wirbellos sind wohl nur die Basler Politiker!!!!
    • 13.08.2012
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Alle Kommentare (7)

  • Gregor  Meier
    Wirbellos sind wohl nur die Basler Politiker!!!!
    • 13.08.2012
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  • Michael  Waldner
    Wieso bei diesem schützenswerte Abschnitt die Tramschienen nicht einfach auf die Strasse in Form von Rillen verlegen? Dann könnten Trämlis und Autos die Fahrbahn verwenden. Bei vielen anderen Tramlinien ist das ja auch der Fall...
    • 13.08.2012
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  • Oli  Wyss , via Facebook
    Bären, Wölfe, etc. die am Austerben auch bedroht sind erschiesst man. Schnecken jedoch muss man Zügeln?? ist das ein neues sujet für die basler fasnacht??
    • 13.08.2012
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  • Silvio  Hertli , Thayngen , via Facebook
    Umsiedeln, und der neue Siedlungsplatz ist eine Lotterie?
    Na super! Diese Tierchen sind sicher nicht sehr tolerant auf Veränderungen, sonst wären sie weiter verbreitet.
    Auch wenn diese Schnecken klein sind und auf manche Leute vielleicht eklig wirken, diesen Lebensraum zu erhalten und die Tiere dadurch zu schützen ist kein grosser Aufwand!
    Aber für Eisbären wie Knut R.I.P., deren Lebensraum eh kaum mehr zu retten ist, da ist die halbe Welt auf Trab. Die sind eben werbewirksamer als 2mm kleine Schnecken...
  • Hans  Häberli , via Facebook
    Wenn die Umsiedlung der Schnecken zu riskant ist, dann halt eine neue Streckenführung für die Tramlinie.
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