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Von Jugendlichen verprügelt: Theresa S. und Hanspeter S. (Philippe Rossier/BLICK)
Hanspeter S.* (53) ist übel zugrichtet: Der linke Unterarm und eine Rippe sind gebrochen, die Nieren gequetscht. Dazu kommen eine Gehirnerschütterung und ein Schleudertrauma. Der Zahnarzt aus Basel ist gerade noch mit dem Leben davongekommen.
Es ist Samstag früh, gegen halb fünf. Hanspeter S. und seine Freundin, die Sängerin Theresa S.* (55), sind auf dem Heimweg vom Ausgang. In der Rebgasse in der Basler Innenstadt kommen sie an einer Gruppe Jugendlicher vorbei. Es gibt keinen Blickkontakt, es fällt kein böses Wort.
Hanspeter S. und Theresa S. gehen weiter. «Plötzlich sah ich aus den Augenwinkeln, wie uns ein paar Jugendliche folgten», erzählt Theresa S.
Dann geht alles ganz schnell: Einer der Angreifer schlägt Hanspeter S. auf den Hinterkopf. Der 53-Jährige sinkt zu Boden. Als er liegt, wird er von den Jugendlichen getreten. Spürt Tritte im Rücken und am Kopf. Hanspeter S. verliert das Bewusstsein.
«Hört sofort auf!», schaltet sich Theresa S. ein. Die Bande lässt von ihrem Freund ab – und prügelt stattdessen auf sie ein. Bricht ihr zwei Rippen. Dann hauen die Angreifer ab.
Inzwischen hat ein Strassenreiniger die Polizei alarmiert. Als die Beamten am Tatort eintreffen, kommt Hanspeter S. zu sich. Er und Theresa S. fahren mit einem Taxi ins Spital. Fünf Tage wird der Zahnarzt dort behandelt.
Die Täter – zwei Jungen und zwei Mädchen im Alter zwischen 19 und 22 Jahren – werden festgenommen. Am Mittwoch kommen sie aus der Untersuchungshaft. «Das Verfahren gegen die vier läuft», erklärt Markus Melzl von der Basler Staatsanwaltschaft.
Die Opfer leiden auch heute, fast vier Wochen nach dem brutalen Überfall. «Ich nehme starke Schmerzmittel», sagt Theresa S.
Neben den körperlichen Beschwerden plagt die Sängerin die Angst: «Wir haben das Grundvertrauen verloren.» Hanspeter S. fügt hinzu: «Jedes Geräusch schreckt einen auf.» Vor die Tür gehen die beiden nur noch, um schnell einzukaufen.
«Wenn das Ganze einen Sinn haben soll, dann diesen: Es muss sich etwas in unserer Gesellschaft ändern, damit das endlich aufhört», sagt Hanspeter S. Schliesslich häufen sich brutale Überfälle von Jugendlichen auf Passanten.
«Wir müssen die Schläger härter bestrafen. Blosse Geldbussen tun denen doch nicht weh.» Stattdessen fordert das Basler Prügel-Opfer konsequente Strafen. Denn: «Diese brutale Attacke auf uns ist kein Kavaliersdelikt. Die wollten uns totschlagen!»
* Name der Redaktion bekannt
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Tatort: die Rebgasse in Kleinbasel. (Stefan Bohrer/BLICK)