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An einem heissen Sommertag 2006 besucht der Elektromechaniker Pascal S.* die Transsexuelle Sandrine in ihrem Studio in der Basler Innenstadt. Der Elsässer bezahlt für eine Stunde Liebesdienst 400 Franken. «Ich habe so etwas noch nie gemacht», sagte Pascal S. gestern vor dem Strafgericht Basel-Stadt. «Ich wollte zwar zu einer Prostituierten, aber nicht zu einem Transsexuellen.»
Doch Sandrine, als Peter K.* geboren, ist bildschön – lange Beine, blonde Haare. Sandrine soll ihn oral befriedigen. Der Richter will es genauer wissen: «Warum lagen am Boden mehrere Kondome?» Angeklagter: «Es hat nicht funktioniert.»
Das Sprechen fällt Pascal S. an jenem heissen Nachmittag offenbar leichter. Er erzählt Sandrine von seinen Problemen im Job, in der Ehe.
Dann, so Sandrine, habe er plötzlich eine Pistole gezückt. «Er zwang mich in sein Auto», sagt Sandrine. Auf der Fahrt nach Frankreich droht er ihr, sie umzubringen, falls sie an der Grenze nicht «den Mund halte».
Unterwegs nimmt Pascal S. 800 Franken aus dem Portemonnaie von Sandrine.
«Verkauft» an Marokkaner»
Im Haus seiner Eltern im elsässischen Berentzwiller zieht er sich um. Sandrine hält er im Auto eingesperrt. Sie sieht, wie sie drei «dunkelhäutige Männer beobachten». Auf der Weiterfahrt erzählt Pascal S. ihr, dass er sie diesen Typen für 7000 Euro nach Marokko verkauft habe.
Auf einem abgelegenen Feld hält der Freier an. Er zwingt Sandrine zu Sex. «Er gab mir eine Ohrfeige und zog mich die ganze Zeit an den Haaren. » Als sie weiterfahren, sagt Pascal, er bringe sie nun zu den Marokkanern.
«Damit das Ganze aufhört», bietet Sandrine ihm 30 000 Franken an. «Ich sagte ihm, dass wir am nächsten Tag das Geld zusammen auf der Bank abholen», erzählt Sandrine. «So fuhren wir wenigstens nach Basel zurück.»
Als Pascal S. in ihrem Studio einschläft, schleicht sich Sandrine in T-Shirt und Badelatschen weg und lässt sich mit einem Taxi zur Bezirkswache Kleinbasel fahren.
Langes Sündenregister
Das Sündenregister des Freiers ist lang. In Frankreich sass er schon im Gefängnis – wegen Autodiebstahl und sexueller Aggression. Zudem läuft ein Verfahren wegen sexueller Nötigung.
Der Angeklagte bestreitet, Sandrine etwas angetan zu haben. Er habe gar keine Waffe getragen und nur eine kleine Spritzfahrt mit ihr machen wollen.
Pascal S. kam gegen eine Kaution von 25 000 Franken frei. Bezahlt haben seine Eltern.
Die Staatsanwältin beantragt eine unbedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren, der Verteidiger einen Freispruch. Das Urteil wird heute bekannt gegeben.
* Namen der Redaktion bekannt