Mord in Frenkendorf BL Das Doppelleben der Milena A. († 49)

Die Pflegerin heiratete den Novartis-Laboranten Markus A. (65). Er wollte mit ihr nach der Pensionierung auswandern. Aber sie hatte heimlich einen anderen.

  • Publiziert: 26.09.2012
  • Von Romina Lenzlinger, Marlene Kovacs, Antonia Sell

Während der Schweizer Auswanderer Markus A.* (65) in Bosnien auf seine Frau Milena A.* (†49) wartet, vergnügt sie sich in der Schweiz mit einem anderen. Jetzt ist die Altenpflegerin tot.

Ermordet. Ihr Mörder hat sie einfach in ihrer Wohnung in Frenkendorf BL eingeschlossen. Erst Wochen später wird sie gefunden.

Musste Milena A. ihr Doppelleben mit dem Leben bezahlen?

Vor zehn Jahren kommt die Blondine aus Bosnien als Illegale in die Schweiz. In einem Restaurant in Birsfelden BL lernt sie Novartis-Laborant Markus A. kennen. «Markus hatte gerade seine Frau verlassen und hat sich in Milena verliebt», erzählt Bea G.* (61), eine frühere Nachbarin des Paars.

Sie wollte ein Haus in Bosnien

«Er hat sie dann recht schnell geheiratet, damit Milena in der Schweiz bleiben konnte.» Allerdings stellt Milena A. eine Bedingung. «Sie wollte, dass sie sich ein Haus in ihrer Heimat bauen. Dort wollte das Paar nach der Pensionierung leben», so Bea G.

Also baut Markus A. mit dem Geld aus seiner Pensionskasse ein Haus in Dvorovi in Bosnien-Herzegowina. Doch als er vor zwei Jahren in Rente geht, will Milena A. noch nicht auswandern.

«Er ist dann alleine gegangen. Milena sagte, sie komme so schnell wie möglich nach. Damals hatte sie einen guten Job im Altersheim Gundeldingen in Basel», sagt Bea G.

Den Job verliert Milena A. allerdings. Dafür taucht ein neuer Mann in ihrem Leben auf. Der Pole Wiktor P.* (51) – damals der Freund ihrer besten Freundin. «Sie hat uns gesagt, er sei nur ein Freund», erinnert sich Bea G. «Doch wir haben schnell gemerkt, dass da mehr läuft. Deswegen ist Milena ausgezogen. Sie erzählte uns, sie gehe nach Bosnien.»

Vor vier Monaten eingezogen

In Wirklichkeit zieht sie mit ihrem Geliebten erst nach Liestal, dann weiter nach Frenkendorf an die Mühlacker­stras­se 27. In das Haus, in dem sie nur vier Monate nach ihrem Einzug getötet wird.

Nachbarin Christine S.* (46) erinnert sich gut an letzten Freitag. Den Tag, an dem die Polizei die Leiche findet. «Ich wollte einkaufen gehen. Da hat mich ein Mann vor Milenas und Wiktors Wohnung angesprochen und mir ein SMS gezeigt», so Christine S.

«Da stand: ‹Ich habe meine Freundin umgebracht.› Der Mann war ganz aufgeregt und hat gefragt, was er machen soll. Ich habe ihm geraten, sofort die Polizei zu rufen.» Das SMS ist von Wiktor P.

Die Beamten finden Milena A. im Schlafzimmer. Sie ist schon seit mindestens zwei Wochen tot. Genauso lang ist ihr Freund Wiktor P. bereits verschwunden. Er soll nach Polen geflüchtet sein.

* Namen der Redaktion bekannt

Beliebteste Kommentare

  • Eisenring  Elias , Egg b. Zürich
    Die Frau tut mir nicht leid.
  • Adriano  Sarto , via Facebook
    Alles gut und recht,aber intressierte sich nicht der mann warum sie die wohnung wechselte?
    Hat rein gar niemand bemerkt dass sie fremdgeht?
    Alles so komisch...

Alle Kommentare (13)

  • Meier  Ernst , Erde
    Die Frau führte ein Doppelleben? Ok, nicht schön. Aber ist das ein Grund jemanden umzubringen? Ich glaube kaum...
    • 26.09.2012
    • 24
    • 9
  • Tobias  Hohl , via Facebook
    Milena hat ihren Mann auf übelste Weise hintergangen und ihn mit einem Mörder betrogen. Ich wünsche niemanden den Tod, doch mein Mitleid hält sich in Grenzen.
  •   Sascha Mayer , Thurgau
    Was ist, wo liegt da ein Problem?
    Es ist doch der ganz normale Vorgang jedes hinterhältigen schmarotzenden Bürgers, Gesetze mit allen denkenden Mitteln auszupressen und zu betrügen.
    Da bekommt wohl der brave sozial denkende Mensch einen offenen Mund voller Naivität -:
  • Naomi  Armado , via Facebook
    Jeder bekommt seine Strafe.Früher oder Später
  • Philipp  Künzler , Winterthur , via Facebook
    So viel zum Thema Scheinehen. Wenn ein Schweizer dann auch noch nach Bosnien auswandert und die Rente für ein Haus dort einsetzt, wen wundert es, dass die uns für blöd halten ?
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