Das Basler Findelkind heisst Franziska

  • Publiziert: 09.01.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Gabriela Battaglia

ERLANGEN – Endlich hat «Vasana» ihren richtigen Namen wieder zurückbekommen: Franziska heisse das Mädchen, sagt ihr Mami. Die 23-Jährige hatte es vor Weihnachten in einem Zug ausgesetzt.

Kurz vor Weihnachten wurde das Baby in einem ICE-Zug in Basel gefunden und bekam den Namen «Vasana». Jetzt ist klar, wer die Mutter ist. Sie heisst Riaka, ist 23-jährig, stammt aus Madagaskar und arbeitet als Au-pair bei einer Familie in der deutschen Stadt Erlangen nördlich von Nürnberg.

Die Frau wurde am Mittwoch von der Polizei in Erlangen angehalten. Sie gibt zu, ihr elf Tage altes Töchterchen ausgesetzt zu haben (Blick.ch berichtete).

Franziska kam am 8. Dezember zur Welt. Die Mutter gab in der Befragung durch die Polizei zu Protokoll, sie habe von ihrer Schwangerschaft nichts bemerkt.

Auch die Gastfamilie im bayrischen Erlangen hatte keine Ahnung, dass ihr Au-pair schwanger war. Wurde überrascht, als die junge Frau plötzlich mit der kleinen Franziska nach Hause kam.

Noch bei Pflegeeltern

Riaka sagte den Gasteltern nach der Geburt, sie bringe ihr Baby zu Bekannten in die Schweiz. Diese würden Franziska nach Madagaskar mitnehmen, wo ihr Töchterchen aufwachsen werde.

Am 4. Januar kam das Au-pair zurück nach Erlangen. Doch dann erhielt die Gastfamilie ein Mail aus Madagaskar. Darin wurde sie angefragt, wo denn das Baby sei.

Mutter Riaka hatte gelogen. Sie legte ihr Kind am 19. Dezember in Basel vor die WC-Tür in einem ICE. Ein Kondukteur entdeckte das kleine Mädchen auf der Fahrt zwischen Basel SBB und dem Badischen Bahnhof in Deutschland.

Ob Franziska ihrer leiblichen Mutter übergeben wird, ist noch offen. Vorerst bleibt es bei seinen Pflegeeltern in Basel.

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