Bistum Basel zu Pädo-Pater: «Es gibt keine Entschuldigung dafür»

  • Publiziert: , Aktualisiert:

Schon in den 70er-Jahren wusste man am Bistum Basel von den sexuellen Übergriffen von Gregor Müller. Trotzdem wurde er als Pfarrer eingestellt. Warum? Das Bistum Basel nimmt Stellung.

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BLICK: Herr Gracia, das Bistum Basel wusste schon in den 70er Jahren von den Verfehlungen Gregor Müllers.
Giuseppe Gracia: Ja, das geht aus den Akten hervor. Das Bistum wusste, dass davor im Ausland sexuelle Übergriffe stattfanden. In unseren Archiven fanden wir Unterlagen aus dem 40 Jahre alten Fall, in denen dies nachzulesen ist.

Ein Pädophiler als Pfarrer – was sagen Sie zu diesem Entschluss?
Es gibt keine Entschuldigung dafür. Aus heutiger Sicht war das eine unvertretbare Fehleinschätzung. Leider passt sie in die damalige Zeit: Nicht nur in der katholischen Kirche, sondern leider auch in vielen weltlichen Einrichtungen konnten sich Täter im Amt halten, wenn sie ein gutes Beziehungsnetz hatten. Heute wäre das so nicht mehr möglich.

Warum hat man ihn trotzdem ab 1971 in Baden AG angestellt?
Sein Ordensvorgesetzer und geistlicher Begleiter, verbürgte sich für ihn. Pater Gregor Müller hatte eine Auflage: Er war wegen den Verfehlungen in ärztlicher Behandlung. Er nahm Medikamente, wenn ich recht informiert bin.

Hat das funktioniert?
Offenbar schon. Er war bis 1987 in Baden, 16 Jahre lang. In den Akten findet sich keine Notiz bezüglich neuer Verfehlungen aus dieser Zeit, also Übergriffe auf Kinder oder Frauen.

Zuletzt arbeitete Gregor Müller in Schübelbach SZ. Warum hat das Bistum Basel das Bistum Chur nicht informiert?
Aufgrund der Berufung ins Kloster 1987 verfolgte das Bistum Basel den weiteren Berufsweg von Pater Gregor nicht. Aus der Akte geht auch nicht hervor, dass in späteren Jahre Anfragen von anderen kirchlichen oder staatskirchenrechtlichen Instanzen erfolgt wären.

Giuseppe Gracia ist Kommunikationsbeauftragter des Bistums Basel. play Giuseppe Gracia ist Kommunikationsbeauftragter des Bistums Basel. (ZVG)

Alle Kommentare (2)

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    Missbrauch an Minderjährigen gab es schon immer,nur wurde darüber nicht gesprochen,teilweise aus Scham aber auch aus Angst.Priester aber auch weltliche Autoritätspersonen hatten schlicht zu grossen Einfluss auf das Leben ihrer SchäfchenIWas mich aber schon wundert ist der Zeitpunkt dieser Aufdeckungskampagne,ich kann mir schon vorstellen,dass dahinter mehr steckt als wir alle glauben.
    • 20.03.2010
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    Ich empfehle allen Katholiken per sofort aus diesem Verein auszutreten! Ich habe es gemacht mit der schriftlichen Begründung, dass ich ein solches Vergehen nicht unterstütze und vorallem, diese Scheinheiligkeit und alles wird herabgespielt und vertuscht! Ich schäme mich eine Katholikin gewesen zu sein! Dieses Zöllibat richtet enormen Schaden an! Wieso sind die meisten Opfer Knaben? Sind denn alle Priester schwul?
    • 20.03.2010
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Kämpft die Kirche zu wenig entschlossen gegen die Unholde unter den Pfarrern?»

  • 88,0% Ja, Problem wird unter den Tisch gekehrt.
  • 5,1% Nein, es hat gebessert.
  • 6,9% Alles stark übertrieben.