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Marcs Grosseltern Marlies und Robert Füllemann daheim in ihrer Stube mit einem Foto ihres Enkels. (Stefan Bohrer)
Mein Enkel Marc ist ein Held!», sagt Grosi Marlies Füllemann (61) aus Basel. Marc war Zeuge, wie Anfang Dezember eine Gruppe Jugendlicher auf zwei Passanten in der Basler Rebgasse einschlug. Die Prügelopfer, ein Zahnarzt und seine Freundin wurden schwer verletzt (lesen Sie ).
«Als Marc bemerkte, was passierte, ist er sofort dazwischengegangen», erzählt Grosi Marlies. Beherzt habe Marc versucht, die Angreifer wegzudrängen. Und dabei selbst heftige Schläge ins Gesicht eingefangen. Marc hat gehandelt, statt wegzusehen!
«Ich bin stolz auf Marc. Das war nicht selbstverständlich, was er da gemacht hat», sagt Grosi Marlies. Denn Marc ist behindert. Er leidet unter Autismus. «Trotz seiner Behinderung hat er genau das Richtige gemacht», fügt Grossvater Robert Füllemann (66) hinzu.
Fest steht: Marc hat Zivilcourage bewiesen. Aber er hat auch einen hohen Preis dafür gezahlt. Denn als Marc sich nach dem Eintreffen der Polizei vom Tatort entfernt, stösst er am Theodorskirchplatz in Basel erneut auf die Schlägerbande.
Die vier Jugendlichen erkennen ihn sofort. Laufen ihm hinterher und schlagen wie wild auf ihn ein. Sogar als Marc zu Boden geht, treten sie ihm weiter ins Gesicht. Sie brechen ihm die Nase, den Kiefer und die untere und obere Augenhöhle. Erst als der junge Mann sich bewusstlos stellt, lassen sie von ihm ab.
Zehn Tage liegt Marc im Kantonsspital in Basel. Wegen seiner Behinderung kann Marc kaum sprechen. Als sein Grosi ihn im Spital besucht, will sie genau wissen, was passiert ist. «Helfen», habe Marc nur geantwortet.
Und weil er helfen wollte, wurde er schwer verletzt. Der Nasenbeinbruch musste operiert werden. Die äusserlichen Wunden sind zwar abgeheilt, aber Marc leidet noch heute unter Kopfschmerzen und Schwindel.
Dazu kommt die Angst. Marc traut sich nicht mehr nach draussen. «Nicht mal zu seiner geliebten Guggenmusik-Probe geht er», sagt Grosi Marlies.
Die Familie hat inzwischen Anzeige gegen die Schlägerbande erstattet. Grosi Marlies hofft, dass Marc die schreckliche Nacht irgendwie verarbeiten kann. «Ich unterstütze ihn dabei, wo ich nur kann.» In den Stolz auf den Enkel mischt sich Wut. «Bis heute hat sich niemand bei ihm für seine mutige Tat bedankt.»
Die Basler Polizei hält es nicht für nötig, über Marcs Heldentat zu informieren. Denn, so Markus Melzl von der Staatsanwaltschaft Basel: «Für die Aufklärung des Falls war das schliesslich nicht notwendig.»