«Grundrechte werden verletzt» Basler Politiker wollen Hooligan-Gesetz kippen

BASEL - BS - Aufstand am Rheinknie: Grossräte von links bis rechts wollen die Verschärfung des «Hooligan-Konkordats» verhindern.

  • Publiziert: 09.02.2012
  • Von Phillipp Schrämmli
Der FC Sion muss am 5. Februar in Basel antreten play Erhalten Rückendeckung aus der Politik: Fans in der Basler Muttenzerkurve. (Keystone)

In Basel regt sich Widerstand gegen den schweizweiten Trend, Fussballfans immer härter anzupacken. Wie Blick am Abend weiss, gründen mehrere Grossräte ein Komitee, das die von der Polizeidirektorenkonferenz beschlossene Verschärfung des sogenannten «Hooligan-Konkordats» bekämpfen will.

Treibende Kraft ist SP-Grossrat Tobit Schäfer, der das Vorhaben bestätigt. «Noch ist einiges offen, wir wollen das Komitee noch breiter abstützen.» Bereits jetzt haben Politiker aus allen Lagern ihre Unterstützung zugesagt. Heinrich Überwasser (SVP) ist dabei, ebenso wie Urs Müller (BastA) und Kerstin Wenk (SP). Mit Markus Lehmann (CVP) engagiert sich auch ein Nationalrat.

«Politischer Aktionismus»

Die Gesetzesverschärfung, welcher die Kantone nach dem Willen der Polizeidirektoren noch dieses Jahr zustimmen sollen, will Fussballspiele generell bewilligungspflichtig machen. Das heisst, die Polizei kann die Erlaubnis für die Durchführung eines Spiels versagen, wenn sich Fans beispielsweise nicht an die vorgegeben Anfahrtsrouten halten. Sicherheitskräften wären Leibesvisitationen im Intimbereich erlaubt, ohne dass sie diese begründen müssen. Und dreijährige Stadion- oder Rayonverbote könnten schon bei kleinen Delikten ausgesprochen werden.

«Diese Massnahmen sind nichts anderes als politischer Aktionismus», sagt Schäfer. «Was die Fussballfans über sich ergehen lassen sollen, spottet jeder Verhältnismässigkeit.»

Auch Staatsrechtler haben Bedenken

Tatsächlich bezweifeln renommierte Staatsrechtler wie Markus Schefer von der Uni Basel oder der ehemalige Basler Polizeikommandant Markus Mohler die Verfassungsmässigkeit des neuen Gesetzes. An einem vom FCB vor zwei Wochen organisierten Fan-Symposium äusserte Mohler Bedenken, dass durch die Verschärfung «in vielen Fällen die Grundrechte der Fans in ihrem Kern verletzt werden dürften».

«Wir werden daher eine abstrakte Normenkontrolle beantragen, sollte der Grosse Rat der Vorlage zustimmen», sagt Tobit Schäfer. Mit diesem Mittel kann man prüfen lassen, ob ein Gesetz verfassungskonform ist, auch wenn es noch nicht zur Anwendung gekommen ist. Schäfer darf dabei auf den Rückhalt der Fanarbeit und der Muttenzerkurve zählen, mit denen er Gespräche geführt hat. Der Grosse Rat stimmt im Sommer über die Gesetzesvorlage ab.

Kommentare (23)

  • Hans  Gusen , Zug
    Bravo Basel! Als Zürcher Fans in München im Stadion randalierten, wurden sie unverzüglich aus dem Block geholt. Warum man diese Lümmel nicht direkt von der Stehrampe schnappt und somit das Problem am wunden Punkt löst, ist mir schleierhaft.
    • 10.02.2012
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  • Alfred  Meier , Binningen
    Dieses "Komitee" um diesen Hr. Schäfer soll dann aber auch für die Sicherheit im und ums Stadion besorgt sein und insbesondere für eventuell entstehende Schäden haften!!!!!!
    • 10.02.2012
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  • peter  otter , stein
    diese hooligans sind selber schuld.
    • 10.02.2012
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  • Sämi  Stirnemann
    na ja gut, dannn lässt die "Fans" halt eben die Stadions zusammenschlagen, das Umfled verwüsten. Die Polizeieinsätze zahlt eigentlich wer??? der Stuerzahler? ich bin dafür für härtere
    Massnahmen, denn die, nennen wir es mal "Tumulte" häufen sich ja, bald jede Woche ist was los. Kannten wir früher nicht
    • 10.02.2012
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  • mike  basler
    die verschärfung ist zwingend zu unterstüzen... wer sich dagegenstellt ist meiner meinung nach ein unterstützer von gewaltbereiten und gehören in psychiatrische behandlung. einzig die thematik mit der intimzonen kontrolle.. gohts no!!!
    • 10.02.2012
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