
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Nach den schweren Krawallen vor und nach dem Fussballspiel zwischen dem FC Basel und der AS Roma von gestern Abend befinden sich neun italienische Ultras weiterhin in Polizeigewahrsam. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen einen gezielten Angriff gegen die Polizei vor.
Bei den neun Festgenommenen handelt es sich um aus der Region Rom stammende Italiener im Alter von 19 bis 37 Jahren. Sie gehörten zu einer Gruppe von insgesamt rund 20 italienischen Ultras, die vor dem Spiel vor dem Stadion «gezielt und mit massiver Gewalt» fünf Hundeführer der Polizei angriffen, wie die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt am Freitag mitteilte.
Bisher heftigste Attacken
Die angegriffen Polizisten mussten laut Staatsanwaltschaft ihre Kollegen um Hilfe rufen. Drei Ordnungshüter wurden beim Angriff leicht verletzt. Schlimmeres habe nur dank sofortiger Unterstützung und der Ganzkörper-Schutzausrüstung der Polizisten verhindert werden können.
Derart heftig seien Polizisten rund um Fussballspiele in Basel seines Wissens noch nie attackiert worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage. Die Randalierer hätten die Beamten mit Fusstritten und Faustschlägen traktiert und mit Gurtschnallen auf sie eingeschlagen.
Die Staatsanwaltschaft wollte die Ultras noch am Freitag wegen Angriffs, Gewalt gegen Beamte und Landfriedensbruch dem Haftrichter vorführen. Ob die neun Männer in ihrer Heimat einschlägig bekannt sind, müsse noch abgeklärt werden, hiess es weiter.
Vor der Attacke hatte die Polizei vor dem St. Jakob-Park wegen Scharmützeln von Ultras beider Seiten intervenieren müssen. Dabei setzte sie gegen die Streithähne Gummischrot ein.
Mit Flaschen auf italienische Autos
Nach dem Spiel, das der FC Basel mit 2:0 gewonnen hat, gingen vor allem Basler Fans auf die Anhänger der AS Rom los. Die Polizei habe aber diesmal Zusammenstösse verhindern können. Die Anzahl Chaoten bezifferte Polizeisprecher Klaus Mannhart auf zirka jeweils 50 auf beiden Seiten.
Es sei auch zu Sachbeschädigungen gekommen – Autospiegel seien abgeknickt worden oder Flaschen auf Autos mit italienischen Kennzeichen geworfen worden. Die Höhe des Schadens stehe noch nicht fest. Zwei Schweizer wurden vorübergegend festgenommen. Sie werden verzeigt, befinden sich jedoch wieder auf freiem Fuss.
Erst rund anderthalb Stunden nach dem Ende des Spiels beruhigte sich die Lage. Die Chaoten hätten sich in alle Richtungen zerstreut, sagte der Sprecher. (sda)