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Ab Sommer 2009 dürfte es für Jugendliche nach dem Lehrabschluss schwieriger werden, eine Stelle zu finden. Das Volkswirtschaftsdepartement und die Sozialpartner wollen darum ihr Aus- und Weiterbildungsangebot ausbauen und Lehrabgänger weiter beschäftigen.
Jugendliche sind von konjunkturellen Einbrüchen überdurchschnittlich betroffen, weil ihnen oft die von Firmen geforderte Erfahrung fehlt. So waren im März in der Schweiz 5,1 Prozent Jugendliche (20-24 Jahre) ohne Stelle, während die durchschnittliche Arbeitslosigkeit 3,4 Prozent betrug.
Bundesrätin Doris Leuthard rief die Sozialpartner heute zu einem gemeinsamen Handeln gegen die Jugendarbeitslosigkeit auf. Wenn Staat und Wirtschaft nichts unternähmen, könnte die Arbeitslosenquote bei Jugendlichen bis Ende Jahr bei 6 Prozent liegen und im kommenden Jahr sogar auf 9,3 Prozent ansteigen.
Die Volkswirtschaftsministerin rief die Sozialpartner dazu auf, die Gelder zu nutzen, die der Bund für Praktika und Übungsfirmen bereitstellt. Für das laufende Jahr seien dafür 494 Mio. Fr. budgetiert. Die Kosten dürften allerdings aufgrund der Wirtschaftslage auf 636 Mio. Fr. steigen. Doch der Bund will nicht knausern, die nötigen Mittel sind gemäss Leuthard vorhanden.
Die CVP-Magistratin appellierte an die Privatwirtschaft und die öffentliche Verwaltung in den kommenden Monaten nicht Lehrstellen auf Vorrat abzubauen und Jugendliche nach ihrer Ausbildung weiter zu beschäftigten.
Mit ihrem Anliegen stiess Leuthard bei Gewerkschaftsbund (SGB), Gewerbeverband und Arbeitgeberverband auf offene Ohren. Es liege im eigenen Interesse der Arbeitgeber, die Anstrengungen im Ausbildungsbereich und die rasche Integration junger Fachleute in den Arbeitsmarkt zu fördern, sagte Thomas Daum, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes. Langfristig werde sich die Wirtschaft nämlich eher mit Fachkräftemangel als mit Jugendarbeitslosigkeit zu befassen haben.
Auch für den SGB steht die Weiterbeschäftigung von Lehrabgängern im Betrieb im Vordergrund. Lehrabgängerinnen, die nach der Lehre keine Stelle fänden, sollten eine Zusatzausbildung machen können, sagte Chefökonom Daniel Lampart. Praktika müssten aber eine Zusatzqualifikation bieten. (SDA/hhs)