BERN - Der Impfstoff Pandemrix gegen Schweinegrippe soll ab sofort auch Kleinkindern ab sechs Monaten verabreicht werden. Das empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Auf die Zulassung durch Swissmedic hat der Bund diesmal nicht gewartet.
Swissmedic habe Pandemrix erst für Personen ab 18 Jahren zugelassen, sagte dessen Sprecher Joachim Gross am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Dem Heilmittelinstitut fehlten noch Daten, um den Impfstoff aus dem Hause
GlaxoSmithKline für Kinder freizugeben.In der
EU aber sei Pandemrix bereits für Kleinkinder ab sechs Monaten zugelassen, sagte Gross weiter. Das BAG habe also durchaus eine Grundlage für die neue Empfehlung. Gross erinnerte daran, dass es auch keinen offiziell zugelassenen Impfstoff für Schwangere gebe. Hier müsse der Arzt von Fall zu Fall entscheiden.Weniger schnell reagierte das BAG, als es um den Start der ersten Impfungen ging. Die Impfkampagne in den Kantonen startete erst, nachdem Swissmedic die Impfstoffe Focetria und Pandemrix zugelassen hatte. Das war Ende Oktober, gut einen Monat nach der Zulassung in der EU. Die Verzögerung führte zu grosser Kritik in den Medien.Eine Dosis genügtNach den neusten Empfehlungen des BAG wird demnach Pandemrix bevorzugt ab dem Alter von sechs Monaten empfohlen. Der Impfstoff biete – ausser bei Personen mit einer Immunschwäche – mit einer einzigen Dosis in jedem Alter einen sehr guten Schutz. Bisher wurde die Pandemrix-Impfung nur den 18- bis 60-Jährigen empfohlenMit dem alternativen Impfstoff Celtura von
Novartis sind laut BAG bei Personen im Alter von drei bis neun sowie ab 60 Jahren zwei Dosen im Abstand von drei Wochen notwendig. Für Erwachsene im Alter von 40 bis 59 Jahren können die beiden Dosen Celtura gleichzeitig – in unterschiedliche Extremitäten – verabreicht werden.Bei Kindern im Alter von drei bis neun Jahren, die bereits eine Dosis Focetria erhalten haben, ist laut BAG aufgrund der jüngsten Daten die Injektion einer zweiten Dosis nicht mehr notwendig.Für Schwangere wird die Empfehlung, bevorzugt Focetria zu verwenden, beibehalten. Celtura kann laut BAG zwar ebenfalls gebraucht werden; die geimpften Frauen müssen aber in einem nationalen, im Entstehen begriffenen Register erfasst werden.In der Schweiz sind bisher drei Todesfälle bekannt geworden: Es starben ein Säugling von knapp fünf Monaten, der an einem Geburtsfehler litt, eine 54-jährige Diabetikerin sowie eine 46- jährige Frau, die an Herzschwäche litt und HIV-positiv war. (SDA)Die Impfschemata sind auf der BAG-Website www.bag.admin.ch/influenza im Detail abrufbar.