Schweinegrippe BAG-Chef hat Nase voll vom Kantönligeist

  • Publiziert: 14.11.2009, Aktualisiert: 14.01.2012

BERN – Das Chaos bei der Schweinegrippe-Impfung hat Folgen: Thomas Zeltner will, dass künftig bei Epidemien der Bund die Zügel in der Hand hält, nicht mehr die Kantone.

Angesichts der grossen kantonalen Unterschiede bei der Impfung gegen die Schweinegrippe wirft der Direktor des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), Thomas Zeltner, die Frage auf, ob das föderale Vorgehen Sinn macht.

«Wir werden nach dieser Impfwelle wirklich mit den Kantonen zusammen sitzen müssen und die Für und Wider dieser kantonalen Vorgehensweise anschauen müssen.» Dies sagte Zeltner heute in der Sendung «Heute Morgen» von Radio DRS.

Es habe sich gezeigt, dass die Unterschiede zwischen den Kantonen bezüglich Tempo und Vorgehensweise Fragen aufwürfen, die man mit den Kantonen prüfen wolle. Als Alternative komme fast nur eine Zentralisierung in Frage, sagte Zeltner im Radio-Interview.

Oder aber eine Regionalisierung: «Man könnte allenfalls mehrere Kantone zusammennehmen nach den Regionen der Gesundheitsdirektorenkonferenz.»

Allerdings, sagte der BAG-Direktor, wolle er die Kantone jetzt erst einmal die laufende Impfaktion zu Ende führen lassen, bevor man über neue Organisationsformen spreche. (SDA/hhs)