Baby-Pause für Väter: Calmy-Rey im Boot

  • Publiziert: 09.01.2007, Aktualisiert: 03.01.2012
  • von simon spengler

BERN – Mit der Einführung des Vaterschaftsurlaubs in ihrem Departement hat Doris Leuthard (43) ihre Kollegen im Bundesrat kalt geduscht. Doch von Micheline Calmy-Rey (61) bekommt sie Rückendeckung.

Seit Jahresbeginn können Angestellte im Volkswirtschaftsdepartement 5 Tage bezahlten Vaterschaftsurlaub beziehen, bis 20 Tage unbezahlten. Mit dieser neuen Regelung hat Chefin Doris Leuthard einen Coup gelandet. Denn frauen- und familienfreundlich wollen alle Bundesräte sein. Tatsächlich gehören Teilzeitjobs, Jobsharing und Unterstützung bei externer Kinderbetreuung in der ganzen Bundesverwaltung zum Standard. Im Aussenministe- rium von SP-Frau Calmy-Rey gibts seit letzten September sogar ein «Programm zur Chancengleichheit».

Doch bei den Babyferien hört die bislang auf. Auch unter Calmy-Rey haben Väter bloss Anrecht auf zwei mickrige Tage. Gleiches gilt für alle anderen Departemente.

Immerhin verspricht die Bundespräsidentin Schützenhilfe: «Eine Änderung die- ser Regelung sollte im Bundesrat besprochen werden. Sicher wird sich die EDA-Vorsteherin dafür einsetzen», lässt Calmy-Rey durch Sprecher Lars Knuchel ausrichten.

play Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey will sich für die Einführung des Vaterschaftsurlaubs einsetzen. (Keystone)