Hart gefragt: SVP-Nationalrat und Fuhrhalter Ulrich Giezendanner (54) «Ausreden gibt es keine»

  • Publiziert: 21.04.2008, Aktualisiert: 20.01.2012

BLICK: Herr Giezendanner , regelmässig verirren sich 40-Tönner auf die unmöglichsten Routen, brausen durch Quartierstrassen – Navigationsgerät sei Dank. Was ist los mit den Chauffeuren?
Ulrich Giezendanner: Ein guter Chauffeur fährt halt nicht nur nach Navi, der hat auch immer die Karte dabei. Und schaltet seinen Kopf beim Fahren nicht aus. Nicht nur, wenns um die Orientierung geht.

Trotzdem fahren Brummis immer wieder in die Bredouille.
Aber nicht immer ist der Chauffeur schuld. Frühe Navis hatten meistens schlechte Software drauf – die wusste gar nicht, wie hoch und wie breit so ein Lastwagen ist. Moderne Geräte sind viel besser.

Damit kann man die Laster also auf die kürzeste Route schicken. Mitten durch verträumte Dörfer. Spart doch auch Geld.
Meine Chauffeure schicke ich über die Autobahn. Ausreden gibts keine: Wenn sie aufs Navi schauen, steht da «mautpflichtig». So sehen sie, ob sie richtig fahren. Die kürzeste Route ist nämlich gar nicht die schnellste – und darum spart man auch kein Geld.

Fahren Sie mit Satelliten-Hilfe?
Im Auto hab ich so ein Gerät. Drei, vier Mal pro Jahr fahre ich auch Lastwagen, um das Gefühl dafür nicht zu verlieren – da nehme ich oft eins mit. Wichtig ist, dass man nicht die kürzeste Route berechnen lässt, sondern die schnellste. Sonst kommt man von der Autobahn ab. Das wissen meine Chauffeure.

Und Sie haben den Laster noch nie in einer Brücke verkeilt?
Mir ist das noch nie passiert. Aber für einen meiner Chaffeure wurde es einst unangenehm: Vor 3 oder 4 Jahren ist er mitten in der Stadt Antwerpen gelandet. Dabei sollte er zum Hafen. Das gab eine dicke Busse.

Und dann haben Sie ihm die Leviten gelesen.
Nein, überhaupt nicht. Den Fehler musste ich auf mich nehmen. Ich als Fuhrhalter muss den Chauffeur mit dem richtigen Material ausrüsten.

Verirrte Laster – das beste Argument für die rollende Landstrasse. Dort kann sich niemand verfahren.
Wir würden gern mehr Container auf die Bahn verladen. Aber die Kapazität ist nicht gross genug. Wissen Sie, zwischen Zürich und Bern gibts heute Viertelstundentakt – für uns bleibt kaum Platz mehr. Stau bei der Bahn, der Personen- verdrängt den Güterverkehr. Wie auf der Autobahn.

play Ulrich Giezendanner (M.): «Die kürzeste Route ist nicht die schnellste.» (Keystone)