«Ausdruck einer Ideologie» Oberster Protestant will Burkaverbot

Jeder und jede soll in der Öffentlichkeit das Gesicht zeigen. Mit dieser Begründung spricht sich der Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds, Gottfried Locher, für ein Verhüllungsverbot aus, das auch die islamische Gesichtsverschleierung einschliesst.

Schweizer Kirchen ziehen ebenfalls ein Burka-Verbot in Betracht play
Gottfried Locher, Präsident des evangelischen Kirchenbundes, in einer Aufnahme vom September 2010, kurz vor seinem Amtsantritt. (Archivbild) KEYSTONE/GAETAN BALLY

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Im Interview mit den Zeitungen «Tages-Anzeiger» und «Der Bund» vom Montag sagte Locher, es gehe ihm bei der Burkadiskussion darum, ob jemand in der Öffentlichkeit sein Gesicht und damit seine Identität zeige. «Wer das Gesicht nicht zeigt, gibt das Wesentliche seiner Identifikationsfähigkeit preis.» Deshalb fände er «ein allgemeines Vermummungsverbot besser als ein spezifisches Burkaverbot.»

Zwar sei er gegen Kleidervorschriften.«Aber wir legen Grenzen fest, und zwar in beide Richtungen», sagte der Pfarrer. Man gehe aus sittlichem Empfinden nicht nackt auf die Strasse. «Andererseits stellen wir sicher, dass jemand, der sich in der Öffentlichkeit bewegt, eine Identität besitzt.» Dazu gehöre, dass man sein Gesicht zeige.

Aus Lochers Sicht sollten Religion und Burka auseinandergehalten werden. Die Gesichtsverschleierung mit einer Burka sei nach seiner Auffassung nicht als Merkmal des gesamten Islams zu sehen. Er verwies dabei auf Äusserungen hoher islamischer Geistlicher, wonach der Gesichtsschleier nichts mit dem Islam zu tun habe. Das Burkatragen sei «mehr Ausdruck einer Ideologie als einer Theologie».

Ein Burkaverbot, wie es eine Volksinitiative des SVP-nahen Egerkinger Komitees anstrebt, hat beim Schweizer Stimmvolk grossen Rückhalt. In einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage im Auftrag von «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» sprachen sich 71 Prozent dafür aus. (sda/sac)

Publiziert am 29.08.2016 | Aktualisiert am 29.08.2016
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17 Kommentare
  • Boris  Kerzenmacher 29.08.2016
    Man muss anmerken, dass in F das Burkaverbot nicht konsequent umgesetzt wird.
    - In Vorstädte traut sich die Polizei das gar nicht
    - Es bilden sich schnell gewaltbereite Mobs um Polizisten, welche die Identität einer Burkaträgerin feststellen wollen
    Den Hinterletzten Gedanken möchte der Staat gerne wissen, wenn er elektronisch versendet wird. Anti-Verschlüsselungsgesetz, VDS, verteufelung von TOR-Netzwerk, alles hoffähig.
    Aber sein Gesicht in der Öffentlichkeit zu verhüllen geht aber schon.
  • Landre  Marb , via Facebook 29.08.2016
    Es ist oder wäre ein Verhüllungs-Verbot! Und ich finde es sehr verwerflich wenn (angenommen) kompetente Personen mittels und basierend auf Ideologien und Doktrinen politisieren. Vor allem wenn es missbräuchlich auf der Plattform der Religionen geschieht, was brandgefährlich für den sozialen Frieden ist.
    Das Verhüllungs-Verbot hat einen sozialpolitischen Sinn weil es die Verhüllung der mimischen Muskulatur verbietet. Diese Muskulatur ist fundamental für den sozialen Umgang unter Menschen.
    • Landre  Marb , via Facebook 29.08.2016
      PS. Nebenbei als Christ, während dem Genuss eines Kaffein haltigen "arabischen Geschmack" Kaffees.
      Die Identifizierungsfrage betrifft die Rechtsordnung bzw. die Rechtshüter und den entsprechenden politischen Kompetenzen, unsere direkte Demokratie. (In der Gesetzesvorlage des Verhüllungs-Verbot ist dies sinnvoll inbegriffen.) Die menschliche Identität hingegen ist eine exklusiv intime und individuelle Angelegenheit und sicherlich keine religiös öffentliche. Demagogen fördern macht kein Sinn...
  • marcel  meuler aus Regensdorf
    29.08.2016
    Ein Verbot sollte doch selbstverständlich sein. In welchem Jahrhundert leben wir eigentlich? Aus ideologie sein Gesicht zu verschleiern grenzt nicht unbedingt an sehr intelligentem Handeln. In den eigenen 4-Wänden können sie verschleiern was auch immer sie wollen. In der Öffentlichkeit geht das nicht mehr. Verschleiern am Bankschalter? Verschleierung während dem Autofahren mit begrenztem Gesichtsfeld? Verschleierung bei der Passkontrolle? Das kann es ja wirklich nicht sein.
  • Jens  Goldmann 29.08.2016
    Nicht nur Burkas auch Kopftücher sollten verboten werden. Wir leben hier in einem Chrristlichen Land mit christlicher Erziehung und da haben Islamisten nichts zu suchen. Alle Verbrechen der letzten Zeit wurden von Muslimen begangen. Ausnahmen bestätigen die Regel.-
  • Ueli  Zweifel aus Glarus
    29.08.2016
    Die Kirche sollte sich aus diesem Thema heraus halten. Zu schnell wird dies wieder in einem " Glaubenskrieg " enden!
    • Aron  Ottiger 29.08.2016
      Es wird in einem Glaubenskrieg enden, ob die Kirche sich raus hält oder nicht.