Aufstand der Asylbewerber von Kestenholz SO «Wir wollen nicht in diesem Loch wohnen!»

Sie kommen aus dem Nahen Osten oder Afghanistan und wohnen eigentlich im Asylheim Kestenholz SO. Doch weil sie es dort nicht aushielten, schliefen sie am Bahnhof Solothurn. Doch letzte Nacht holte sie die Polizei ab.

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Zehn Asylbewerber campierten seit letztem Freitag vor dem Bahnhof in Solothurn. Letzte Nacht holte sie die Polizei in einer Räumungsaktion ab.

In Kestenholz SO stand den Männern eine extra umgebaute Zivilschutzanlage zur Verfügung.

Mit allem, was dazugehört. Doch nur zwei Asylbewerbern hat es dort gefallen.

«Als wir von unserem Provisorium nach Kestenholz gebracht wurden, traf uns fast der Schlag», sagt der Syrer Mahmoud Alhariri (28) zu BLICK. «Es hat kein einziges Fenster! Kein Tageslicht, keine frische Luft! Wir sind sofort wieder gegangen.»

Protest am Bahnhof

Vier Tage protestierten die Asylbewerber aus Syrien, Afghanistan, Palästina, Kurdistan und Ägypten vor dem «Avec»-Shop am Bahnhof.

Informatiker Alhariri: «Wir kämpfen, bis wir ein Haus mit Tageslicht bekommen. Wir wollen nicht in diesem Loch wohnen!»

Dass den Männern das vom Kanton abgenommene Asylheim nicht gut genug war, versteht Gemeindepräsident Arno Bürgi (41) nicht: «Hier gibt es alles, was man zum Leben braucht. Und mehr.»

Nebst Stube, Küche, Bad und Schlafraum haben die Asylsuchenden HDTV, Telefon- und Internetzugang – und sogar einen Töggelikasten. Sie dürfen sich auch bei einem Musiker aufhalten, der in der Anlage einen Bandraum hat.

Bürgi ist enttäuscht: «Solche Leute schaden anderen Flüchtlingen. Ein Asyl-Verfahren ist doch kein Wunschkonzert!»

Der Ball liegt nun beim Kanton. «Wir stehen im Dialog mit den Asylsuchenden», sagt Claudia Hänzi vom Amt für soziale Sicherheit. Man habe eine Alternative vorgeschlagen.

«Wir gehen nicht ins Asylheim Balmberg», wehrt sich Alhariri. «Dort hat es nur Kriminelle.»

Junge Grüne schalten sich ein

Bei ganz vielen Solothurnern kam der Protest nicht gut an. Aber es gibt auch Unterstützer. Rebekka Balzarini (23) von den Jungen Grünen etwa fordert einen Kompromiss.

«Auch asylsuchende Menschen dürfen ihre Meinung frei äussern», sagt Claudia Hänzi. «Allerdings ist klar, dass sie ihre Unterkunft nicht aussuchen können und ihnen keine Wahlfreiheit zusteht.»

Gestern noch sagte Mahmoud Alhariri: «Wir bleiben so lange hier, bis uns eine gute Lösung präsentiert wird.» Wenig später räumte die Polizei das Areal.

Publiziert am 12.08.2013 | Aktualisiert am 13.08.2013
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399 Kommentare
  • Morgan  Schwab , via Facebook 14.08.2013
    Also Öcalan, den Protest kann ich schon irgendwo noch verstehen. Aber bei dieser Unterkunft .. wie wäre es wenn ihr mal putzt ? Und dazu sage ich noch : Sie können das Beste aus der Situation machen. Nörgeln hilft nicht, aber das Beste aus der Situation machen schon. Wie heisst es : Saure Zitronen in süsse Limonade verwandeln. Was heisst das ? Schauen, wie man es selber verbessern kann. Den Männern sei gesagt : Merkt ihr jetzt, wie es ist, wenn eine Frau putzt ? Das könnt ihr selber auch lernen.
  • Rudi  Schweizer , via Facebook 14.08.2013
    Und sowas bei den Grünen? Dieser Kasim Catak kann ja kaum Deutsch? aber das ist ja wieder typisch für rot/grün. Wiso nimmt er seine Landsleute nicht nach Hause bei sich auf?
  • Peter  Vojtila aus Luzern
    14.08.2013
    So ein Witz. Wenn er wirklich nur wegen seines Namen verfolgt wird, dann soll sich der Türke oder Kurde halt den Namen ändern lassen.
  • Forsch  Fröschlig 14.08.2013
    Was sollen all die Kommentare wie "soll er doch wieder dahin wo er gekommen ist"????

    Leute checkt ihr denn gar nichts? Wir leben hier in so enormen überfluss sogar jene die sich als arm bezeichnen, und viele von denen haben fast nichts! Da wäre es an uns, ihnen zu helfen - und ja fast ein Jahr in so einem Loch zu hocken würd ich auch nicht schön finden!
  • Peter  Zuberbühler 14.08.2013
    Sollte wohl heissen: Wäre ich doch nur in meinem Heimatland geblieben! Dieser Kerl hat ja bei uns nichts aber auch gar nichts verloren.