Atom-Schmuggel: Was verschweigt der Bundesrat?

  • Aktualisiert am 03.01.2012

BERN – Der Bundesrat hat bekanntgegeben, dass er im Fall der mutmasslichen Schweizer Atomschmuggler Akten vernichten liess. Das ist aber so ziemlich das Einzige, was klar ist an der «Aktion Reisswolf».

Darum gehts: Drei Ostschweizer Ingenieure – ein Vater und zwei Söhne aus dem sanktgallischen Rheintal – sollen für den Pakistaner Abdul Qader Khan gearbeitet haben, den zwielichtigen «Vater der pakistanischen Atombombe». Dieser führte ein geheimes Atomwaffenprogramm für Libyen durch.

Die Sache flog 2003 auf, nachdem kurz zuvor ein Frachter mit Atomtechnik an Bord auf dem Weg von Malaysia nach Libyen in Italien abgefangen worden war.

Dahinter stand offenbar der US-Geheimdienst CIA. Und mit diesem sollen auch die drei Schweizer Ingenieure zusammengearbeitet haben, die damit ein Doppelspiel getrieben hätten. Das hatte die «SonntagsZeitung» gemeldet.

Die «Basler Zeitung» und die Freiburger «La Liberté» vom Samstag berichteten: Der Bundesrat habe die Akten vernichten lassen, weil die USA das gefordert hätten. Dies, um die Beteiligung der CIA zu verschleiern.

Der Freiburger CSP-Nationalrat Hugo Fasel ist Präsident der parlamentarischen Geschäftsprüfungsdelegation: «Diese wird grundsätzlich über alles informiert, was der Bundesrat im Geheimbereich beschliesst. Ich bestätige also die Aktenvernichtung.» Mehr sagt er nicht.

Damit bleiben die Hintergründe der mysteriösen Aktenvernichtung «Aktion Reisswolf» im Dunkeln. (SDA)

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