
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Aktenvernichtung in der Atomschmuggelaffäre ist gemäss Bundesrat Samuel Schmid «mit Sicherheit» nicht angeordnet worden, um die Tätigkeit von CIA-Agenten in der Schweiz zu verschleiern.
Schmid betont, dass die Vernichtung der Akten klar im Landesinteresse gesehen sei. Der Entscheid dazu sei im Gesamtbundesrat gefallen, sagte er in einem Interview, das in den Zeitungen «Der Bund» und «St. Galler Tagblatt» erschienen ist.
Er staune, was in den Medien über diese Aktion alles geschrieben werde, sagte Schmid weiter. Er stellte klar, dass es kein Land auf der Welt gebe, in dem keine nachrichtliche Tätigkeit stattfinde. Dabei sei die Zusammenarbeit verschiedener Dienste notwenig. Damit meine er aber nicht diesen Fall, sagte Schmid.
Bundespräsident Pascal Couchepin hatte vor gut einer Woche erklärt, dass die bei den mutmasslichen Schweizer Atomschmugglern sichergestellten Dokumente vernichtet wurden, damit diese nicht in falsche Hände gerieten. Die Dokumente würden unter anderem detaillierte Baupläne für Atomwaffen enthalten.
Wegen der Aktenvernichtung steht der Bundesrat in der Kritik. Politiker bezweifeln, dass der Bundesrat die ganze Wahrheit gesagt hatte. Am gestrigen Freitag kündigte Couchepin an, dass der Bundesrat am Montag in der Fragestunde des Nationalrats weitere, aber bescheidene Informationen geben könne.
Ausführlich informieren müssen wird der Bundesrat die Geschäftsprüfungsdelegation der eidgenössischen Räte. Diese will bis im Herbst einen Bericht zur Vernichtungsaktion des Bundesrates verfassen. (SDA)
Schmid argumentiert voll auf Couchepins Linie: Vernichtung lag im Interesse der Schweiz.- Keystone