Tramchauffeur: «Ich verdiene mehr als ein Pilot»
Von Philippe Erath | Aktualisiert um 12:39 | 28.06.2007
ZÜRICH – Traumberuf Pilot? Das war einmal. Viel Hektik, lange Präsenzzeiten und am Schluss gar weniger Lohn als ein Tramchauffeur.
Unglaublich, aber wahr: Ein Tramführer bei den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ) verdient mehr als ein Co-Pilot bei der Swiss-Regionalflotte.
Das Einstiegsgehalt eines Trämlers beträgt nämlich 65´444 Franken, das eines Co-Piloten gerade mal 63´000. Und von einer 40-Stunden-Woche wie bei den Trämlern kann der Swiss-Pilot nur träumen. Er schuftet nämlich bis zu 14 Stunden am Tag.
Noch schlechter gehts den Frachtpiloten. Bei der Basler Farnair verdienen sie am Anfang ihrer Karriere bloss 46´800 Franken.
Es kommt aber noch dicker: Möchte ein Pilot bei der Farnair fliegen, muss er die Ausbildung auf dem Flugzeugtyp noch selber bezahlen. Kostenpunkt knapp 50´000 Franken. Aber eine Garantie auf eine Anstellung habe ein Jungpilot deshalb nicht, sagt Farnair-Pilot Martin G.* (35) zu BLICK.
Auch die Swiss-Piloten müssen für ihre Ausbildung etwas bezahlen. Sie kostet happige 125´000 Franken. «Doch die Swiss bezahlt einen wesentlich Anteil daran», wehrt sich Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel.
Trotzdem: Die wenig attraktiven Lohnaussichten bleiben nicht ohne Folgen: Swiss kämpft mit Abwanderung. 19 von gut 200 Piloten haben in den letzten 5 Monaten gekündigt.
Sie eilen zur Konkurrenz. Besonders beliebt bei Ex-Swiss-Piloten ist die Billigfluglinie Easyjet. Denn die ist bei den Löhnen alles andere als knausrig. Mehr als 200´000 Franken Jahresgehalt sind ganz normal. Damit nicht genug: Easyjet-Kapitäne können an einem Durchschnittstag mit vier Flügen bis zu 240 Franken an Pauschalspesen-Entschädigung beziehen. «Piloten sind derzeit rar, deshalb müssen wir so viel zahlen», erklärt Easyjet-Sprecher Thomas Meister.
Mit den Traumgehältern der Easyjet-Crew können Lokführer bei den SBB oder Postauto-Chauffeure natürlich nicht mithalten. Aber mit den Swiss-Löhnen allemal.
*Name der Redaktion bekannt
Das Einstiegsgehalt eines Trämlers beträgt nämlich 65´444 Franken, das eines Co-Piloten gerade mal 63´000. Und von einer 40-Stunden-Woche wie bei den Trämlern kann der Swiss-Pilot nur träumen. Er schuftet nämlich bis zu 14 Stunden am Tag.
Noch schlechter gehts den Frachtpiloten. Bei der Basler Farnair verdienen sie am Anfang ihrer Karriere bloss 46´800 Franken.
Es kommt aber noch dicker: Möchte ein Pilot bei der Farnair fliegen, muss er die Ausbildung auf dem Flugzeugtyp noch selber bezahlen. Kostenpunkt knapp 50´000 Franken. Aber eine Garantie auf eine Anstellung habe ein Jungpilot deshalb nicht, sagt Farnair-Pilot Martin G.* (35) zu BLICK.
Auch die Swiss-Piloten müssen für ihre Ausbildung etwas bezahlen. Sie kostet happige 125´000 Franken. «Doch die Swiss bezahlt einen wesentlich Anteil daran», wehrt sich Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel.
Trotzdem: Die wenig attraktiven Lohnaussichten bleiben nicht ohne Folgen: Swiss kämpft mit Abwanderung. 19 von gut 200 Piloten haben in den letzten 5 Monaten gekündigt.
Sie eilen zur Konkurrenz. Besonders beliebt bei Ex-Swiss-Piloten ist die Billigfluglinie Easyjet. Denn die ist bei den Löhnen alles andere als knausrig. Mehr als 200´000 Franken Jahresgehalt sind ganz normal. Damit nicht genug: Easyjet-Kapitäne können an einem Durchschnittstag mit vier Flügen bis zu 240 Franken an Pauschalspesen-Entschädigung beziehen. «Piloten sind derzeit rar, deshalb müssen wir so viel zahlen», erklärt Easyjet-Sprecher Thomas Meister.
Mit den Traumgehältern der Easyjet-Crew können Lokführer bei den SBB oder Postauto-Chauffeure natürlich nicht mithalten. Aber mit den Swiss-Löhnen allemal.
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