Am 1. Juli beginnen in Zürich die drei ersten Sozialinspektoren, die ähnliche Fälle in Zukunft verhindern sollen, ihre Arbeit. Sie teilen sich 2,5 Stellen. Die Inspektoren sollen verdeckt arbeiten. Der Versuch ist bis Ende 2010 befristet. Vor Zürich hat bereits die Luzerner Vorortsgemeinde Emmen 2005 einen Sozialinspektor eingesetzt, um Missbräuche der Sozialhilfe aufdecken zu können.
BMW futsch und Sozialhilfe weg
Aktualisiert um 18:33 | 23.05.2007
ZÜRICH – Eine Frau fuhr einen dicken BMW – und bezog Sozialhilfe. Der Betrug flog auf, weil 1.-Mai-Randalierer die Karosse in Brand steckten.
Polizisten gehen am 1. Mai gegen die Krawallmacher vor. Im Hintergrund brennt ein BMW. Ob es sich um das Auto der Sozialhilfe-Bezügerin handelt, ist nicht klar. (Reuters)
Gross war die Zerstörungswut der Krawallmacher, die am 1. Mai während der Nachdemo durch Zürich zogen. Besonders im Visier der Linksextremisten waren Symbole des Kapitalismus – so fackelten sie auch zwei BMWs ab. Doch einer der Luxusschlitten gehörte weder einem Bankdirektor noch einem SVP-Politiker. Sondern einer Sozialhilfe-Bezügerin. Das deckte die «Weltwoche» nun auf.
Die Zürcher Behörden haben flugs auf den Artikel reagiert und heute gegen die Tunesierin Strafanzeige wegen Verdachts auf Betrug erstattet. Das Sozialdepartement hat ihr auch die finanzielle Unterstützung gestrichen. Falls sich der Bericht erhärte, handle es sich um «einen krassen Fall von Sozialhilfebetrug, der den Namen Skandal verdient», ereiferte sich der Vizepräsident der städtischen Sozialbehörde, Urs Lauffer (FDP).
Dass es um die Finanzen der Frau nicht ganz so schlecht stehen konnte, wenn sie sich ein solches Gefährt leistete, hätten die Behörden aber schon länger wissen können. Denn gemäss «Weltwoche» hatte die Zürcher Polizei das Sozialdepartement schon im März darauf 2005 hingewiesen.
Gemäss Lauffer gehörte das Auto zwar nicht offiziell der Sozialhilfebezügerin, sondern war unter anderem Namen geleast. Doch die Tunesierin soll die Leasing-Raten sowie die Versicherungskosten berappt haben.
Die mutmassliche Betrügerin kam 1997 durch die Heirat mit einem Schweizer ins Land, trennte sich aber später von ihrem Mann und lebte seither von der Fürsorge, schreibt das Magazin. Nun soll auch der Verdacht auf Zweck- und Scheinehen bestehen. (AP/hhs)
Die Zürcher Behörden haben flugs auf den Artikel reagiert und heute gegen die Tunesierin Strafanzeige wegen Verdachts auf Betrug erstattet. Das Sozialdepartement hat ihr auch die finanzielle Unterstützung gestrichen. Falls sich der Bericht erhärte, handle es sich um «einen krassen Fall von Sozialhilfebetrug, der den Namen Skandal verdient», ereiferte sich der Vizepräsident der städtischen Sozialbehörde, Urs Lauffer (FDP).
Dass es um die Finanzen der Frau nicht ganz so schlecht stehen konnte, wenn sie sich ein solches Gefährt leistete, hätten die Behörden aber schon länger wissen können. Denn gemäss «Weltwoche» hatte die Zürcher Polizei das Sozialdepartement schon im März darauf 2005 hingewiesen.
Gemäss Lauffer gehörte das Auto zwar nicht offiziell der Sozialhilfebezügerin, sondern war unter anderem Namen geleast. Doch die Tunesierin soll die Leasing-Raten sowie die Versicherungskosten berappt haben.
Die mutmassliche Betrügerin kam 1997 durch die Heirat mit einem Schweizer ins Land, trennte sich aber später von ihrem Mann und lebte seither von der Fürsorge, schreibt das Magazin. Nun soll auch der Verdacht auf Zweck- und Scheinehen bestehen. (AP/hhs)
Sozialinspektoren gegen Missbrauch
Nichts herunterspielen
FDP-Kantonsrat Lauffer betonte, es gebe beim aktuellen Betrugs-Fall nichts herunterzuspielen: Missbrauch im Sozialwesen müsse verhindert und geahndet werden. «Jeder Fall höhlt das Vertrauen der Bevölkerung in die Sozialfürsorge aus», sagte er. Das System, mit dem die Behörden bisher erfolgreich gegen Verarmung und Verwahrlosung sowie gegen Obdachlosigkeit und Bettelei vorgegangen seien, funktioniere nur, wenn die Bevölkerung dahinter stehe.
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