Jetzt redet der Gucci-Schwindler: «Als ich den BLICK las, konnte ich drei Tage nicht arbeiten»
von beat kraushaar und martin meier | Aktualisiert um 09:46 | 01.03.2007
ZÜRICH – Gucci-Schwindler Juan Isidro Casilla (22) gibt sich reumütig – und redet sich bei seinen Rechtfertigungen schwindlig.
DIASHOW
Ein Café im Zürcher Kreis 5. Ein junger Mann fläzt sich im Ledersessel. Er trägt Jeans und T-Shirt.
Das ist er also. Juan Isidro Casilla, der Gucci-Schwindler. Der Zirkus-Chef. Der Sony-BMG-Manager. Täglich enthüllt BLICK neue Schwindeleien des Hochstaplers.
Jetzt will er reden.
Was hat ihn dazu bewogen, die Leute zu betrügen? «Ich wollte damit Aufmerksamkeit bekommen. Aufmerksamkeit, die ich als Kind nicht erhalten habe», sagt er. Ganz ernst schaut er drein.
Geltungsdrang. Als Entschuldigung gibt er seine schwierige Kindheit an. «Meine Eltern liessen sich scheiden. Ich musste in ein Heim in Luzern und wurde dort sexuell missbraucht. Nie hat man mich gelobt», sagt der Gucci-Schwindler.
«Im Musiksender MTV habe ich gesehen, wie schnell man berühmt werden kann. Das wollte ich auch.»
Die berühmten 15 Minuten Berühmtheit. Casilla hat es mit seinen Schwindeleien geschafft. Im BLICK redet er, bei TeleZüri und bald auch bei RTL in Deutschland.
Falsche Bescheidenheit kann man dem Mann mit den vielen Karrieren nicht vorwerfen. «Ich weiss, dass ich gut aussehe und Menschen um den Finger wickeln kann», sagt Casilla. Frech meint er: «Ich bin schon stolz, wie ich die Anzeigeabteilungen hinters Licht geführt habe.»
In der «SonntagsZeitung» sieht er sich als falsches Gucci-Model und denkt: «Wow, cool!» Dann deckt BLICK am Dienstag den Schwindel auf.
«Als ich den BLICK las, konnte ich drei Tage nicht arbeiten. Schauen Sie mal meine Augenringe. In den letzten Tagen habe ich kaum geschlafen.»
Jetzt will er sich bei allen entschuldigen. Und eine Therapie machen. Das hat ihm die Polizei bereits bei seiner Verhaftung am 2. November 2006 nahegelegt. Schon da hatte er versucht, gefälschte Inserate zu platzieren.
Damit soll jetzt Schluss sein, beteuert der Schwindler. «Ich würde gerne als echtes Model arbeiten», sagt er. Und lacht.
Der Gucci-Schwindler geläutert? Wers glaubt. Marco Schöpf von der Tanz- und Showgruppe «Fanatic Wave» gehört sicher nicht dazu. «Er hat sich bei uns telefonisch als Sony-Manager ausgegeben, um uns als Tanzgruppe für den weltberühmten Latino-Star Chayanne zu buchen», sagt Schöpf. Der Star kam Ende November tatsächlich ins Übungslokal nach Wettingen AG.
Schöpf: «Wir mussten dann feststellen, dass Sony-Manager und Latino-Star Chayanne ein und dieselbe Person waren – Gucci-Schwindler Casilla.»
Das ist er also. Juan Isidro Casilla, der Gucci-Schwindler. Der Zirkus-Chef. Der Sony-BMG-Manager. Täglich enthüllt BLICK neue Schwindeleien des Hochstaplers.
Jetzt will er reden.
Was hat ihn dazu bewogen, die Leute zu betrügen? «Ich wollte damit Aufmerksamkeit bekommen. Aufmerksamkeit, die ich als Kind nicht erhalten habe», sagt er. Ganz ernst schaut er drein.
Geltungsdrang. Als Entschuldigung gibt er seine schwierige Kindheit an. «Meine Eltern liessen sich scheiden. Ich musste in ein Heim in Luzern und wurde dort sexuell missbraucht. Nie hat man mich gelobt», sagt der Gucci-Schwindler.
«Im Musiksender MTV habe ich gesehen, wie schnell man berühmt werden kann. Das wollte ich auch.»
Die berühmten 15 Minuten Berühmtheit. Casilla hat es mit seinen Schwindeleien geschafft. Im BLICK redet er, bei TeleZüri und bald auch bei RTL in Deutschland.
Falsche Bescheidenheit kann man dem Mann mit den vielen Karrieren nicht vorwerfen. «Ich weiss, dass ich gut aussehe und Menschen um den Finger wickeln kann», sagt Casilla. Frech meint er: «Ich bin schon stolz, wie ich die Anzeigeabteilungen hinters Licht geführt habe.»
In der «SonntagsZeitung» sieht er sich als falsches Gucci-Model und denkt: «Wow, cool!» Dann deckt BLICK am Dienstag den Schwindel auf.
«Als ich den BLICK las, konnte ich drei Tage nicht arbeiten. Schauen Sie mal meine Augenringe. In den letzten Tagen habe ich kaum geschlafen.»
Jetzt will er sich bei allen entschuldigen. Und eine Therapie machen. Das hat ihm die Polizei bereits bei seiner Verhaftung am 2. November 2006 nahegelegt. Schon da hatte er versucht, gefälschte Inserate zu platzieren.
Damit soll jetzt Schluss sein, beteuert der Schwindler. «Ich würde gerne als echtes Model arbeiten», sagt er. Und lacht.
Der Gucci-Schwindler geläutert? Wers glaubt. Marco Schöpf von der Tanz- und Showgruppe «Fanatic Wave» gehört sicher nicht dazu. «Er hat sich bei uns telefonisch als Sony-Manager ausgegeben, um uns als Tanzgruppe für den weltberühmten Latino-Star Chayanne zu buchen», sagt Schöpf. Der Star kam Ende November tatsächlich ins Übungslokal nach Wettingen AG.
Schöpf: «Wir mussten dann feststellen, dass Sony-Manager und Latino-Star Chayanne ein und dieselbe Person waren – Gucci-Schwindler Casilla.»
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