Vom Seil geschnitten: Prozess
Aktualisiert um 13:25 | 14.02.2006
NYON VD – Der G-8-Gipfel 2003 in Evian hatte für einen Demonstranten böse Folgen. Heute hat der Prozess gegen zwei Polizisten begonnen.
Leicht hätte die Sache tödlich enden können. Die Gegner dieser Konferenz der acht wirtschaftlich stärksten Länder hatten am 1. Juni 2003 die Anfahrt zum Gipfel im französischen Evian nahe der Schweizer Grenze zu blockieren versucht. Sie spannten ein Kletterseil quer über ein Autobahnviadukt, wobei sich eine damals 25-jährige Deutsche und ihr 39-jähriger englischer Kollege je an ein Seilende hängten.
Doch ein Schaffhauser Polizist kappte das Seil – unter bisher nicht geklärten Umständen –, und der Engländer stürzte über 20 Meter tief ins Flussbett. Dabei verletzte er sich schwer.
Das Gericht in Nyon verhandelt nun gegen den 26-jährigen Schaffhauser Polizisten und den 54-jährigen Waadtländer Einsatzleiter wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung. Dem nur deutsch sprechenden Schaffhauser wird vorgeworfen, Anweisungen nicht verstanden und die Lage nicht erfasst zu haben. Umgekehrt wird dem Einsatzleiter zur Last gelegt, er habe nicht ausreichend dafür gesorgt, dass alle Polizisten von den zwei Aktivisten am Seil wussten.
Doch ein Schaffhauser Polizist kappte das Seil – unter bisher nicht geklärten Umständen –, und der Engländer stürzte über 20 Meter tief ins Flussbett. Dabei verletzte er sich schwer.
Das Gericht in Nyon verhandelt nun gegen den 26-jährigen Schaffhauser Polizisten und den 54-jährigen Waadtländer Einsatzleiter wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung. Dem nur deutsch sprechenden Schaffhauser wird vorgeworfen, Anweisungen nicht verstanden und die Lage nicht erfasst zu haben. Umgekehrt wird dem Einsatzleiter zur Last gelegt, er habe nicht ausreichend dafür gesorgt, dass alle Polizisten von den zwei Aktivisten am Seil wussten.
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