Gehört das Sturmgewehr ins Haus?

Aktualisiert um 12:42 | 11.08.2005

BERN – «Ein rechter Schweizer hat ein Gewehr im Schrank», hiess es zumindest früher. Und die Waffe wurde oft als gefährlich kritisiert. Zu Recht, was meinen Sie?



Ist es fahrlässig, die Militärpistole oder das Sturmgewehr zuhause zu haben? Wird die Waffe ausserhalb von Schiessplatz und Militär eingesetzt? Dieser Frage ist Andreas Frei, Leiter des forensischen Dienstes des Kantonsspitals Luzern nachgegangen, wie die «NZZ» berichtet. Eines gleich vorweg: Mit Armeewaffen werden zwar auch Verbrechen begangen. Aber die Dienstwaffe wird vor allem für Suizid missbraucht.

Untersucht wurden Selbstmorde in den beiden Basler Halbkantonen. Gemäss Frei können die Schlussfolgerungen jedoch wissenschaftlich plausibel für die ganze Schweiz verallgemeinert werden.

Von 450 Suiziden, die zwischen 1992 und 1996 erfasst wurden, erfolgten 30 Prozent (135) mit Schusswaffen. 82 Mal erschossen sich die Selbstmörder mit einer privaten Waffe. In 53 Fällen kam die Armeewaffe zum Einsatz.

Auffallend: Vor allem «an sich erfolgreiche junge Männer» zwischen 20 und 35 Jahren nehmen sich mit einer Schusswaffe das Leben. Und nur in den USA ist der Anteil an Freitoden durch Erschiessen höher als in der Schweiz.

Der Autor der Studie folgert, dass die hohen Zahlen in der Schweiz auch mit der Verfügbarkeit von Armeewaffen zusammenhängen. Denn Suizide seien oft impulsive Handlungen, für die leicht verfügbare Waffen in Frage kämen.
Umfrage
Soll man die Armeewaffe zuhause lagern?
Ja
78%
Nein
21%
Weiss nicht
1%

Soll das Gewehr zuhause im eigenen Schrank aufbewahrt werden? (RDB)
Soll das Gewehr zuhause im eigenen Schrank aufbewahrt werden? (RDB)