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Spam-Welle schwappt über unser Land

Aktualisiert um 12:13 | 16.05.2005

BERN – Haben Sie deutlich mehr Spam-Mails als üblich erhalten? Kein Wunder, auch Sie leiden unter einer gezielten Attacke.



Die Spam-Mails kommen teilweise politisch motiviert daher, mit einem rechtsradikalen Hintergrund. Andere enthielten lediglich Links auf renommierte Zeitungs- und Newsportale. Die Betreff-Zeile lautet beispielsweise «Multi-Kulturell = Multi-Kriminell».

Am besten Sie löschen die Mails gleich ungelesen.

Es handelt sich bei dieser unerwünschten Post um eine neue Variante des Email-Wurms «Sober». Diese schwappte an Pfingsten in einer Welle über die Schweiz. Diese Version geht auf «Sober.P» zurück, der Internetbenutzern vor zwei Wochen vorgegaukelt hatte, ein WM-Ticket gewonnen zu haben.

Das Massenmailing sei gezielt in der Nacht auf Sonntag initialisiert worden und dauere seither an, schreibt die Winterthurer Firma Apexis Cleanmail Mailfiltersysteme. Die in Deutschland ansässige H+BED Datentechnik beurteilt in einem Communiqué das Schadens- und Verbreitungspotential als gross.

«Sober.P» war Anfang Mai entdeckt worden. Er verschickte sich selbst als E-Mail-Anhang. Um die User zu täuschen und zum Öffnen des Attachments zu verleiten, verwendeten die Virenautoren einen raffinierten Trick: «Sober.P» gaukelte vor, eine Nachricht über die Verlosung der WM-Tickets zu erhalten.

Wer das Attachement angeklickt habe, habe den Wurm auf seinem Computer installiert, sagte Kaspar Fopp, Mediensprecher von Apexis Cleanmail. In der Nacht auf Sonntag habe «Sober.P» dann die neue Variante «Sober.Q» heruntergeladen und damit angefangen, über ungeschützte Windows-PCs Emails zu verschicken.

Die Zahl der Spam-Mails sei schwer zu quantifizieren, sagte Fopp. Er könne nur für Cleanmail Auskunft geben. Deren Filterstufen erfassten seit Mitternacht im Schnitt 15 Polit-Spams pro Mail- Account. Dies entspricht einem Anteil von fast 80 Prozent an der gesamten, durch Cleanmail gefilterten Mail-Menge.s

Keine Probleme verursachte der Wurm in der Bundesverwaltung. Das Bundesamt für Informatik habe bisher überhaupt keine Beeinträchtigungen festgestellt, sagte ein Sprecher. Der Bund verfüge über ein sehr raffiniertes Spam-Filtersystem.
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