ZÜRICH – Die 16-jährige Francesca wurde von einem Rekruten mit seinem Sturmgewehr getötet. Sollen Armeewaffen zu Hause aufbewahrt werden? Blick.ch-Leser diskutieren heftig.
Tragisch: Ein 21-jähriger Rekrut erschiesst die 16-jährige Coiffeur-Lehrtochter Francesca (Blick.ch berichtete). Brisant: Einmal mehr ist es eine Armeewaffe, die in einem Gewaltdelikt zum Einsatz kommt. Noch in diesem Jahr noch meinte Verteidigungsminister Samuel Schmid: «Die Waffe gehört zum Wehrmann nach Hause», und Armeechef Christophe Keckeis erklärte: «Ein Soldat ohne Waffe ist kein Soldat».Den jüngsten Vorfall wollte Schmid nicht kommentieren. Zuerst müssten die Hintergründe der Tat geklärt werden. Dennoch wird die Diskussion um die Aufbewahrung der Armeewaffen wohl bereits im Dezember im
Parlament wieder aufkommen. Nach der Bluttat in Zürich-Höngg könnte die
Abstimmung über die persönliche Dienstwaffe anders ausfallen. In der vergangenen Herbstsession wurde die Verbannung von Sturmgewehr und Pistole ins Zeughaus mit 97 zu 76 Stimmen abgelehnt.Das Thema sorgt auch unter den Blick.ch-Lesern für heftige Diskussionen. Weg mit der WaffeFür Blick.ch-Leser Bruno aus
Aarau ist aber klar: «Armeewaffen gehören ins Zeughaus! Wann können wir endlich darüber abstimmen?» Aber es gibt auch andere Stimmen: «Waffe und Munition gehören zum Wehrmann. Das war schon immer so!» hält Roman aus
Luzern fest. Dennoch will die Mehrheit der Leser die Waffe nicht mehr länger zu Hause aufbewahren: «Sturmgewehr und Armeepistolen gehören ins Zeughaus», schreibt Roman aus Rheineck. «Wie viele Menschen müssen noch sterben? Die Idee mit der Abgabe der Munition ist doch eine Farce. Jeder der im
Militär ist, weiss wie einfach man an Patronen kommt», meint Gustavo aus Bellikon.Blick.ch-Leserin Christine Kocher Serano bringt es auf den Punkt: «Der Tod einer 16-Jährigen durch eine Armeewaffe scheint mit Kommentar genug...» Das sieht Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey ähnlich: «Frauen bezahlen einen sehr hohen Preis und es stellt sich schon die Frage, ob man diese
Waffen zu Hause lassen soll», gab sie gegenüber der «Tagesschau» zu bedenken. Den Entscheid des Bundesrates, keine Taschenmunition mehr an Soldaten abzugeben, bezeichnete sie als «halben Schritt», der die Sache aber nicht regle. Die Diskussion werde nun weitergehen. (zum/AP)