Nach Prahlerei mit Rasen Anzeige gegen F1-Star Lewis Hamilton in der Schweiz

ZÜRICH – Formel 1-Star Lewis Hamilton fährt gern zu schnell durch die Schweiz. Und prahlt sogar damit. Die Stiftung RoadCross hat genug. Sie hat jetzt Anzeige erstattet.

  • Publiziert: 23.06.2010, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Michael Scharenberg
play Fahren gern etwas zu schnell: Lewis Hamilton und Freundin Nicole Scherzinger. (Keystone)

Hamilton, der ein Haus in Genf hat, gab in britischen Medien damit an, er werde wohl aus der Schweiz ausgewiesen, wenn bekannt würde, wie schnell er gelegentlich fahre! Seine Freundin Nicole Scherzinger setzte noch eins drauf: Sie lenke ihr Auto des Öfteren mit den Knien, um sich nebenbei noch schminken zu können.

Der Strassenopferstiftung RoadCross ist jetzt der Kragen geplatzt. Sie hat bei den Genfer Behörden Anzeige erstattet. «Wir verlangen, dass Lewis Hamilton und Nicole Scherzinger die Fahrerlaubnis für die Schweiz entzogen wird», sagt RoadCross-Sprecherin Sabine Jurisch zu Blick.ch. «Gerade Personen des öffentlichen Lebens sollten sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und ihr Verhalten sollte auch auf den Strassen den Gesetzen entsprechen.»

Fuhr er mehr als 200?

Wie schnell Hamilton konkret über die Schweizer Strassen fahre, sei natürlich schwer zu schätzen, sagt Jurisch. Aber wenn Hamilton schon mit seiner Ausweisung rechne, dürfte das mehr als Tempo 200 gewesen sein, vermutet sie.

Bei Hamilton komme erschwerend hinzu, dass er Wiederholungstäter sei. Jurisch: «Lewis Hamilton verursachte durch seine unverantwortliche Fahrweise bereits am 14. März 2009 einen Unfall: Er missachtete eine Stoppschild und prallte mit einem anderen Auto zusammen.»

«Das Vorbild ist erbärmlich»

Der Waadtländer Ständerat Luc Recordon unterstützt die Anzeige: Die Äusserungen von Nicole Scherzinger seien «ein Indiz eines wiederholten rechtswidrigen Verhalten. Politisch ist es unmöglich zu dulden, dass (insbesondere bekannte) Leute mit ihren häufigen und gefährlichen Gesetzesverletzungen angeben; das Vorbild ist erbärmlich.»

Hamilton und seine Freundin sind nicht die ersten Prominenten, die öffentlich dazu stehen, die Verkehrsregeln in der Schweiz nicht einzuhalten. Ski-Star Lindsay Vonn sagte ebenfalls via Medien, sie sei schon mal mit Tempo 290 durch die Schweiz gebrettert.

Raser-Initiative

Die Unterschriften-Sammlung für die Raser-Initiative der Stiftung RoadCross läuft seit April. Schon in den ersten zwei Wochen kamen über 20000 Unterschriften zusammen. (snx)

Pius Segmüller, CVP-Nationalrat: «Schlechtes Vorbild»

Herr Segmüller, Formel-1-Pilot Lewis Hamilton und seine Freundin bluffen mit ihren Raserfahrten. Was halten Sie davon?
Segmüller: Ich finde das eine absolute Charakterlosigkeit. Mit dieser Aussage ist er ein schlechtes Vorbild für all die Jugendlichen, die ihn anhimmeln.

Bleibt es bei der Signalwirkung – oder können Hamilton und Scherzinger nun bestraft werden?
Wenn es nicht irgendwelche Beweise wie zum Beispiel Radar-Bilder gibt, werden die beiden wohl oder übel ungeschoren davonkommen. (lha)
*Pius Segmüller (58), CVP-Nationalrat und im Komitee der Raser-Initiative von RoadCross
play Die Original-Anzeige von Road Cross.

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