Anti-WEF-Demo in Zug Polizei kesselt Demonstranten ein

ZUG - Rund 250 Menschen haben heute in der Stadt Zug gegen das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos protestiert. Die Polizei kesselte die Teilnehmenden der unbewilligten Demonstration ein und nahm 22 Personen fest.

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Aufgerufen zu der Kundgebung hatte das «Anti-WEF Bündnis». Die Polizei war mit einem Grossaufgebot präsent. Es sei ihr bis am Abend gelungen, Personen zu schützen und Sachbeschädigungen zu verhindern, heisst es in einer Mitteilung der Strafverfolgungsbehörden.

Unter den Kundgebungsteilnehmenden, die sich gegen 15 Uhr auf dem Bundesplatz in Zug eingefunden hätten, seien auch gewaltbereite und vermummte Personen gewesen, heisst es weiter. Aus der linken Zürcherszene seien mehrere Personen identifiziert worden, sagte die Zuger Polizeisprecherin Judith Aklin.

Als sich der Demonstrationszug gegen 15.30 Uhr in Bewegung setzen wollte, kesselten die Ordnungskräfte die Demonstranten ein. Insgesamt seien 140 Personen kontrolliert worden. Davon seien 22 Personen festgenommen und rund 100 Personen mit einer Wegweisung belegt worden.

Nach 17.30 Uhr seien die Polizeikontrollen beendet gewesen. Die Polizei hatte bereits im Vorfeld der Kundgebung mehrere Personenkontrollen durchgeführt - unter anderem am Bahnhof.

Aufruf im Internet

«Wipe out WEF - Zug um Zug zur sozialen Revolution» lautete einer der Slogans an der Kundgebung. Das Anti-WEF-Bündnis kritisiere nicht das WEF als Veranstaltung, sondern das kapitalistische System, welches am WEF die globale Ausbeutung vernetze und plane, hiess es in einem im Internet veröffentlichten Aufruf zur Demo.

Zug mit all seinen Konzernen, Briefkastenfirmen und Steuerflüchtlingen sei ein passender Ort für ihre Kundgebung. Auf einem in Zug mitgeführten Transparent schrieben die WEF-Kritiker: «In eurer Stadt sitzen Konzerne die töten, vertreiben & zerstören. Aber ihr sorgt euch um die 'Gewalt' einer Demo?!»

Nur 20 Demonstranten in Davos

Ähnlich tönte es an einer friedlichen Demonstration am Samstag in Davos, die unter dem Motto «Diese Wirtschaft tötet» stand. «Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten», hiess es dort auf einem Transparent. Rund 20 Personen nahmen an der Protestaktion teil.

Die kleine Schar pazifistischer Aktivisten rief nicht einmal mehr die Polizei auf den Plan, die den WEF-Tagungsort in früheren Jahren mit vielen Hundertschaften gegen Unzufriedene und Globalisierungsgegner absichern musste.

Der Organisator der Davoser Demo, Henning Zierock, störte sich nicht am kleinen Aufmarsch. «Wir sind nur wenige, aber wir sprechen für viele», sagte er an der Kundgebung. Am WEF sei es genau umgekehrt: Da träfen wenige Entscheidungen, die Folgen hätten für das Leben von vielen. (SDA/vsc)

Publiziert am 23.01.2016 | Aktualisiert am 23.01.2016
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  • Edith  Zellweger , via Facebook 23.01.2016
    Während dem sich die grössten Gangster in Davos treffen und darüber diskutieren, auf welche Art und Weise das dumme Volk noch mehr ausgebeutet werden kann, werden die Gegner dieser menschen- und tierfeindlichen Mafia polizeilich verfolgt! Mich wundert, dass die Mehrheit der Menschen immer noch keinen Aufstand machen. Ich selber habe einst in Davos gegen die Machenschaften dieser Gangster demonstriert - u.a. auch gegen den angezettelten Irakkrieg!
    • Ines Maria  Giezendanner aus Viganello
      24.01.2016
      Die Menschen machen keinen Aufstand, weil sie dauernd durch die Medien verdummt werden im Auftrag der Geldsäcke. Die Medien machen mit, weil die grossen Geldsäcke ja die grossen Inserate finanzieren. Das ist auch der Grund, warum kritische Kommentare von BLICK gar nicht publiziert werden.
  • Fritz  Meyer aus Amden
    23.01.2016
    Vor vielen Jahren war ich einige Jahre beim WEF angestellt und ich kam in direkten Kontakt zu den meisten Teilnehmern. Die ganze Zeit über, damals ging das WEF noch 10 Tage lang. Wie oft konnte ich beobachten, dass Menschen verfeindeter Nationen und Konzerne sich dann bei einem Abendessen endlich in entspannter Atmosphäre auch als Menschen kennen lernen konnten. Auch da durfte ich dabei sein. Und ich bin fest davon überzeugt, dass mancher Krieg und Streit so verhindert wurde.
    • Roman  Loosli , via Facebook 24.01.2016
      Warum darf das Fussvolk nichts dazu sagen , in der freien Schweiz?
      Unser Land wurde von dem Kapital übernommen und wir sind die Statisten, darum. Traurig das meine Kinder in so einem Gebilde eine Zukunft finden sollen ......