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Gegen die Inkassofirma Billag entlädt sich der Volkszorn. Die Facebook-Gruppe «Bye bye Billag» zählt mittlerweile über 30000 Mitglieder, auch Politiker und der Preisüberwacher Stefan Meierhans wollen die Firma abschaffen, die 55 Millionen alleine fürs Gebühren eintreiben verlangt.
Doch wieso plötzlich der ganze Rummel? Ausgelöst wurde die Debatte von Francisca Brechbühler (38), die sich im Internet ihrem Ärger Luft machte und sofort Zuspruch von verschiedenen Seiten erhielt. Seitdem hat sich ihr Leben auf den Kopf gestellt.
Zusammen mit Michael Caviglia startete sie die Facebook-Gruppe «Bye bye Billag», die sofort auf grossen Anklang stiess. Auch eine eigene Website schaltete Brechbühler auf. Mit ihrem Anliegen rennt sie bei den Meisten offene Türen ein. Plan der Initiative: Die Gebühren über die normale Steuerrechnung zu zahlen und so 55 Millionen zu sparen.
Geplant war, die Volksinitiative zur Abschaffung der Billag im Frühling zu lancieren. Doch das stellt die Initianten vor verschiedene Probleme. Um die 100000 Unterschriften zusammenzubringen, hätten sie bloss an die 30000 Mitglieder der Facebook-Gruppe einen Unterschriftenbogen zu senden brauchen und jeder hätte noch durchschnittlich läppische 3,3 Unterschriften zu sammeln brauchen.
Das geht aber nicht. «Facebook lässt es nicht zu, Gruppenmitglieder in einer Gruppe mit über 5000 Mitglieder zu kontaktieren», klagt Francisca Brechbühler. Und auch das Porto, um die Unterschriftenbögen zu versenden, ist eine ziemliche Hürde. Denn Geld und Zeit im Überschuss haben sie nicht. «Wir sind sehr am Anschlag», sagt Brechbühler.
Durch die Hindernisse, die das fehlende Geld und der administrative Aufwand mit sich bringen, wird die Volksinitiative wohl nicht per Internet gestartet werden können – sondern die Unterschriften wie sonst üblich auf der Strasse gesammelt werden müssen.
Warum nicht einfach ein Spendenkonto einrichten? Sponsoren suchen? «Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit über eine 0900-Nummer Geld zu sammeln», sagt Francisca Brechbühler. Allerdings sei das nicht das Gelbe vom Ei, auch das müsse vorfinanziert werden. Und eine 0900-Nummer sei dazu nicht gerade sehr vertrauenserweckend.
Auch der Anschluss an eine Partei sei nicht in ihrem Sinne: Schliesslich sei das Anliegen der Initianten parteiübergreifend – da gebe es unnötig Zündstoff. Von Verbänden oder dem Konsumentenschutz habe sie bisher kein Signal erhalten, so Brechbühler.
Auf ihrer Website byebyebillag.ch starteten die Initianten nun eine neue Umfrage. «Um den Puls der Leute zu spüren», erklärt Brechbühler. Die Fragen richten sich generell zum Service Public, und zum Preis, den die Schweizer dafür zu zahlen haben. 4500 haben über Wochenende bereits an der Umfrage teilgenommen.
Einen Trend bei den Antworten will Brechbühler noch nicht preisgeben, das wolle sie erst genau auswerten. Eins kann sie aber bestätigen: «460 Franken pro Jahr für die Gebühren abzudrücken, ist allen zuviel.»
Wann kommt denn nun die Volksinitiative? «Ob wirs im Frühling schaffen, wissen wir nicht – es könnte auch Sommer werden», sagt Francisca Brechbühler.
Hauptsache sie kommt. Denn auch das Ergebnis einer Umfrage von Blick.ch, ob die Schweizer die Gebühren über die Steuern zahlen sollen, könnte deutlicher nicht sein. Satte 90 Prozent von über 8700 Blick.ch-Lesern sagten: «Ja!»