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Im Schweizer Fussball bricht ab kommender Saison eine neue Ära an: Bilder von prügelnden Chaoten, Pyros zündenden Fans und überfordertem privaten Sicherheitspersonal sollen der Vergangenheit angehören, und zwar endgültig. In den Stadien sollen richtige Polizisten für Ruhe und Ordnung sorgen.
Hinter dem knallharten Regime steht Peter Gilliéron, Präsident des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV). Der oberste Fussballchef hat die Nase gestrichen voll. «Irgendwann ist Schluss», sagte er zu SonntagsBlick. «Die privaten Sicherheitsleute in den Stadien stossen an ihre Grenzen, jetzt müssen ausgebildete Polizisten her.» Sie sollen randalierende Chaoten in den Rängen stoppen und abführen. Auch an den Stadioneingängen will er Polizisten postieren.
Gilliéron liefert mit seiner Forderung der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und direktoren (KKJPD) einen Steilpass. «Herrn Gilliérons Forderung geht klar in unsere Richtung», bestätigt Roger Schneeberger, (52) Generalsekretär der KKJPD. Man habe intern eine Delegation gebildet, die sich nun ausschliesslich mit dem Thema befasse. Mit am Tisch sitzen die Regierungsräte Karin Keller-Sutter (FDP/SG), Hans-Jürg Käser (FDP/BE) und Hanspeter Gass (FDP/BS) sowie zwei Vertreter der Fachstelle Hooliganismus beim Bundesamt für Polizei.
Auf morgen Montag ist die erste Sitzung angesetzt. Bereits Mitte November will die Gruppe ihr Konzept Bundesrat Ueli Maurer vorstellen. Wenn alles gut geht, marschieren Mitte 2010 die ersten Einsatzkräfte in die Stadien ein, also schon kommende Saison.
Noch gehen die Vorstellungen der Beteiligten auseinander. «Diskutiert wird, ob die Polizisten im Stadionbauch oder gleich in den Fankurven postiert werden», sagt Schneeberger. Auch Schnellrichter seien ein Thema. Man habe sich letzten Monat im Ausland verschiedene Varianten angesehen und wolle diese nun prüfen.
Auch die Kostenfrage ist noch nicht geklärt. «Die Erfahrungen der ausländischen Kollegen zeigen, dass das Konzept mehr Sicherheit bringt und gleichzeitig weniger Kosten generiert», so Schneeberger.
Sicher ist: Klubs, die sich für die Fanarbeit einsetzen, sollen weniger zahlen müssen.
Und fest steht auch: Unbelehrbare Hooligans müssen sich schon nächsten Sommer warm anziehen.