Anklage zum Doppelmord in Spiez BE enthüllt Sie stachen im Blutrausch zu

BERN - Heimleiter Bernhard B. (†53) und seine Freundin Rita H. (†51) wurden 2013 in Spiez BE brutalst ermordet. Am Montag steht Massimo D. (48) in Thun vor Gericht. Der Ex-Pöstler aus Bern und sein Sohn Jesse D. (20) schlachteten die beiden Opfer regelrecht ab.

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Am 11. Mai 2013 wurden Heimleiter Bernhard B.* (†53) und seine Freundin Rita H.* (†51) in Spiez BE ermordet. Die beiden mutmasslichen Täter sind Vater und Sohn: Massimo (48) und Jesse D.* (20) aus Bern wurden am 27. November 2014 verhaftet (BLICK berichtete).

Ab Montag steht Ex-Pöstler Massimo D. vor Gericht in Thun. Der zweifache Vater ist wegen mehrfachen Mordes angeklagt. Jesse D. war zum Tatzeitpunkt erst 16,5 Jahre alt. Er muss sich vor dem Jugendgericht in Bern verantworten.

Gewaltorgie mit Stichen

BLICK liegt die Anklageschrift gegen Massimo D. vor. Sie enthüllt eine unfassbar brutale Tat: Vater und Sohn schlachteten Bernhard B. und Rita H. im Blutrausch ab. Die Leiche des Heimleiters wies mindestens 65 Verletzungen auf, die meisten durch Messerstiche. Auch die Leiche von Rita H. war mit mindestens 56 Stich- und Schnittverletzungen übersät. 

Massimo D. und sein Sohn Jesse klingelten am Morgen des 11. Mai 2013 an der Tür des Heims in Spiez. Ein Mädchen (damals 12), das dort wohnte, liess die beiden ins Haus.

Mit dem Messer in den Rücken

In der Dachwohnung kam es zur Gewalt-Orgie. Bernhard B. zog sich in seinem Schlafzimmer gerade an, als das Massaker begann. Massimo D. stiess ihm das Messer zuerst von hinten mehrmals in den Rücken. Und er stach weiter zu, als Bernhard B. hilflos auf das Bett sank.

Rita H. wollte ihrem Freund zu Hilfe eilen. Massimo D. stach auch auf sie ein und forderte seinen Sohn auf, selber zuzustechen. Dieser folgte seinem Vater: Rita H. musste sterben, weil sie Zeugin wurde.

Das Obduktionsergebnis zeigt: Zehn Messerstiche trafen das Herz von Bernhard B., 15 beide Lungenflügel, vier Stiche seine Leber und fünf die Milz. Rita H. erlitt vier Stiche in Kopf und Hals und 34 im Rumpf. Das Tatmesser ist bis heute verschwunden. 

Rache wegen Demütigungen

Über das Tatmotiv berichtete BLICK exklusiv im Mai: Es war Rache. Im Sommer 2003 waren Jesse D. und sein älterer Bruder für 6,5 Wochen im Heim von Bernhard B. untergebracht. Dabei wurde Jesse D. von Bernhard B. bestraft, geschlagen und getreten und vor den anderen Kindern gedemütigt, heisst es in der Anklageschrift.

Weil er das Bett oder sich einnässte, musste Jesse D. die Bettwäsche und die Hose auswaschen oder sogar weiter im nassen Bett schlafen. Pikant: Vater Massimo D. soll deswegen bereits damals Morddrohungen ausgesprochen haben, heisst es in der Anklageschrift.

Massimo D. und sein Sohn Jesse sind nur teilgeständig. Das Urteil gegen den Vater wird am 13. Dezember eröffnet. 

*Namen der Redaktion bekannt

Publiziert am 01.12.2016 | Aktualisiert am 01.12.2016
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15 Kommentare
  • Gabor  Posch 01.12.2016
    Die zwei Mörder gehören meiner Meinung nach eigentlich ganz weg. Es gibt keine Rechtfertigung für so eine Tat.
  • Friedrich  Meyer 01.12.2016
    Als wohl noch einer der wenigen der an unseren Rechtsstaat glaubt bin echt schockiert über manche Kommentare hier.
  • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
    01.12.2016
    Jeder gut beleumundete, mündige Schweizerbürger soll das Recht haben, jederzeit, überall, offen oder verdeckt eine Schusswaffe seiner Wahl zu tragen. Rita H. hätte sich selber wirkungsvoll schützen und allenfalls sogar ihren Lebensabschnittspartner retten können, wenn sie ein minimales Training im Umgang mit einem geeigneten Mittel zur Selbstverteidigung gehabt hätte. Dazu kommt, dass solche Typen meistens den Mut nicht haben, wenn sie mit entschlossener Gegenwehr rechnen.
    • Marco  Weber 01.12.2016
      Genau Herr Brechbühl! Denn wenn man von teils taten hört welche im affekt geschehen, sind das meist gut beleumundete mündige Bürger! Und wenn jeder halbschuh noch eine Waffe tragen darf werden sich solche "affekt" Taten öfters zutragen!
    • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
      01.12.2016
      @Marco Weber, Die Tat hat nichts mit der Tatwaffe zu tun. Das sehen Sie in dem aktuelle Bericht. Von den 30 Tötungsdelikten, die pro Jahr in der Schweiz mit Schusswaffen begangen werden, sind es maximal sechs bis acht von gut beleumundeten Schweizerbürgern als Täter.
    • Marco  Weber 01.12.2016
      Herr Brechbühl das ist natürlich eine herausragende Argumentation.... von 30 Tötungsdelikten mit Waffen werden sechs-acht von gut beleumundeten Schweizer Tätern begangen.... doch dann verstehe ich Sie durchaus das man den restlichen potentiellen Tätern auch noch die Möglichkeit geben will Waffen einfach so zu tragen! Leuchtet absolut ein Herr Brechbühl!
  • Lucio Silva  Safnanno aus San Vito Lo Capo
    01.12.2016
    Ein 12 jähriges Mädchen, das auch dort wohnt, liess sie ins Haus. Ja, dann war ja von anfang an die Täterschaft bekannt. Und ich erhielt damals den Eindruck, als würde man im trüben fischen.
  • Hugo  Stiglitz aus Frankreich
    01.12.2016
    Jugendrecht auf 16 runter.
    Und Todesstrafe wieder einfuehren, sofern die Beweislage hundertprozentig ist und die Tat grauenvoll ist. Wie noch in den Siebzigern, als die Guillotine in Marseille noch gebraucht wurde. Denn gewisse Menschen sind Tiere, die kriegt man nicht mehr hin. Dann waere allen gedient.
    • Friedrich  Meyer 01.12.2016
      und was ist von einem Heimleiter zu halten, der wehrlose Kinder quält und schlägt, auch ein Tier nicht? Das Leben ist etwas schwieriger als Sie es sich in Ihrer kleinen Welt vorstellen Herr Stiglitz. Es ist allgemein bekannt, dass die Todesstrafe wohl eine der ungerechtesten Strafen ist, nicht von ungefähr kommt das Idiom die Kleinen hängt man die Grossen lässt man laufen. Du sollst nicht töten heisst ein Gebot, das gilt für die Täter wie für den Staat.