Angela und Hassan in Italien gefasst Das blüht dem Ausbrecher-Pärchen

ZÜRICH - Aus ist der Traum von der Liebe in Freiheit. Hassan Kiko sitzt wieder hinter Gittern – und auch seine Befreierin Angela Magdici könnte wegen Fluchthilfe zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden. Ihr drohen bis zu drei Jahre Knast.

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In der Nacht auf gestern war das Versteckspiel für Angela Magdici (32) und Hassan Kiko (27) vorbei. Eine Sondereinheit der italienischen Polizei stürmte den Unterschlupf des Ausbrecher-Paars im siebten Stock eines heruntergekommenen Wohnblocks in Romano die Lombardia in Norditalien und nahm die Wärterin und den flüchtigen Häftling fest.

Während sich Kiko ohne grösseren Widerstand ergab, wehrte sich Magdici mit Händen und Füssen gegen die Verhaftung. Nicht der verurteilte Vergewaltiger, sondern sie ist es schliesslich auch, für die die Flucht happige Konsequenzen haben wird.

Die Gefängnisaufseherin hat sich der Befreiung von Gefangenen strafbar gemacht, wie der Tatbestand in Artikel 320 des Strafgesetzbuches festgehalten ist. Ihr droht eine Geldbusse oder bis zu drei Jahre Knast. Ihren Job hat Magdici zudem bereits verloren. Das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich hat die Aufseherin noch am Tag ihrer Flucht fristlos entlassen.

Flucht aus dem Gefängnis ist nicht strafbar 

Der Mann, für den Magdici aus Liebe zur Straftäterin wurde, wird sich wegen des Ausbruchs hingegen nicht vor Gericht verantworten müssen. Im Gegensatz zur Befreiung von Gefangenen ist ein Gefängnisausbruch in der Schweiz nicht per se strafbar.

Kiko, der eine noch nicht rechtskräftige vierjährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung absitzen muss, hat deshalb einzig mit Disziplinarmassnahmen im Gefängnis Limmattal zu rechnen – laut Tele Züri könnte ihm beispielsweise der Hofgang oder das Dessert gestrichen werden.

Zudem ist es höchst unwahrscheinlich, dass Kiko nach seiner Flucht noch damit rechnen kann, frühzeitig bedingt entlassen zu werden. 

Dass Gefängnis-Ausbrecher straffrei davonkommen, sofern sie dabei keine Sachbeschädigung oder eine andere Straftat begehen, ist nicht etwa auf eine Gesetzeslücke, sondern einen bewussten Entscheid des Gesetzgebers zurückzuführen.

Erst vergangenen Sommer hat der Bundesrat das Prinzip in einer Antwort auf eine Motion von SVP-Nationalrat Lukas Reimann bekräftigt. Er begründete dies mit der Tatsache, dass Selbstbegünstigung laut Schweizer Recht grundsätzlich nicht strafbar ist. Dazu gehöre beispielsweise auch das Recht, sich selbst im Strafprozess nicht belasten zu müssen. (lha)

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Publiziert am 26.03.2016 | Aktualisiert am 31.03.2016
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Psychologe nimmt Stellung zum Limmattaler-Gefängnisausbruch «Angela wird sich stellen»

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47 Kommentare
  • Paul  Entlebucher 29.03.2016
    Schön blöd, jetzt muss dieser Kiko wieder das schlechte Essen in sich reinstopfen und wenn möglich die Zelle mit einem unliebsamen Mithäftling teilen. Er tut mir richtig leid...
  • Annemarie   Setz 27.03.2016
    Nur eine Frage: Warum musste man die beiden für teures Geld zurückholen, wenn sie doch so gerne in den Nahen Osten gezogen wären? Das hätte ihnen gefallen, und die Steuerzahler weniger gekostet.
  • Michael  Rudolf 27.03.2016
    Es ist eine gute, nachvollziehbare Sache, dass Selbstbegünstigung keine Straftat ist. Dies zeigt die reife unserer Gesetzgebung.
    Wenn in anderen Ländern Serbstbegünstigung, sprich Flucht, sprich Migration kein Straftatbestand wäre, wäre eine Rückführung in diese Länder problemlos.
    Oder anders gesagt, die Schweiz müsste bei Rückführungen das Schweizer Gesetz anwenden, aber ich weiss leider nicht ob das ginge.
  • franzl  schlecknbaur 27.03.2016
    Denke er wird auch etwas mehr bekommen, da er ja meines Wissens ohne gültige Papiere die Grenze passiert hat.
  • Meier  Stefan 27.03.2016
    Das waren noch Zeiten als auf Papa Neuguinea die erste Flucht mit 10 Jahren Dunkelkammer bestraft wurden. Beim Zweiten gab es dann 20 Jährchen. Eine dritte Bestrafung war meines Wissens nie nötig....