Werner H. Amok-Opfer liegt im Koma

  • Publiziert: 28.01.2010, Aktualisiert: 13.01.2012
  • Von Nicole Freudiger

ZÜRICH – Werner H. (58), der gestern von seinem Angestellten Alessandro C. (†57) niedergeschossen wurde, liegt noch immer im Koma. Im Betrieb wird zwar wieder gearbeitet. Doch die Stimmung ist gedrückt.

«Wir sind heute zusammengesessen und haben über gestern geredet. Die Stimmung im Betrieb ist natürlich sehr gedrückt», sagt Valentino Benvenutti, Mitglied der Geschäftsleitung der Tescon AG. Hier hatte gestern Alessandro C. gewütet und Geschäftinhaber Werner H.* niedergeschossen.

«Wir sind uns alle einig gewesen: Wir müssen jetzt weiter arbeiten», so Benvenutti gegenüber Blick.ch.

Werner H. liegt mit schweren Verletzungen im Spital. Die Ärzte haben ihn in ein künstliches Koma versetzt.

Der Bruder von Werner H., Hans, erklärt heute gegenüber BLICK: «Mein Bruder hat die Nacht gut überstanden, aber er ist noch nicht über den Berg. Er liegt immer noch im künstlichen Koma.». Doch Hans H. ist zuversichtlich: «Werner ist ein Kämpfer. Wir sind optimistisch.»

Besser stehts um Bruno F.* (49). Alessandro C. hatte gestern ebenfalls auf ihn geschossen. Der 49-Jährige erlitt dabei einen Streifschuss. Heute konnte er bereits aus dem Spital entlassen werden.

Die Ermittlungen der Polizei laufen auf Hochtouren. Dennoch: Über Auslöser und Vorgeschichte der Bluttat will sie keine Angaben machen.

Doch BLICK weiss: Amokschütze Alessandro C. war emotional wenig ausgeglichen. Freundlich und liebenswert dort, hitzköpfig und jähzornig da. Einem früheren Arbeitgeber hatte er mit Mord gedroht.

Und vor zwei Tagen hat er einen Mitarbeiter mit einem Brett verprügelt. Deswegen hat Werner H. ihn ins Büro zitiert – und Alessandro C. rastete aus.

* Name der Redaktion bekannt