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Das Thema polarisiert. In Deutschland wurde über die Nutzung der Krematoriumswärme für die Beheizung von Schwimmbädern und Schulen intensiv diskutiert. Und auch in Winterthur plante kürzlich die Friedhofsleitung neue Verwendungsmöglichkeit für die Energie aus dem Krematorium.
Die spontane Idee war: Mit der Wärme der Totenverbrennung sollte eine neue Alterswohnsiedlung beheizt werden.
Pietätsfrage
Ist die Idee pietätslos? Bevor die Sachlage überhaupt ernsthaft geprüft wurde, habe die Stadt informiert, dass der Anschluss technisch nicht möglich sei, schreibt der «Landbote». Man war nicht unglücklich darüber: So klärte sich die Pietätsfrage von alleine.
Seit fast sieben Jahren werden mit der Energie aus den Krematorien des Friedhofs Rosenberg sämtliche Betreibsgebäude und das Verwaltungsgebäude der Stadtgärtnerei beheizt.
Energienutzung in Schweizer Städten üblich
Dabei ist Winterthur bei Weitem kein Einzelfall. Die Abwärme, die durch das Verbrennen in die Luft entweicht, ist belastend für die Umwelt. Deswegen werden moderne Installationen oft mit Heizungsanlagen gekoppelt.
Auch in Bern wird die Energie in Form von Wärme weiterverwendet. «Seit unserem Neubau 1994 beheizen wir in der Übergangszeit und im Winter Diensträume und die Kapelle», sagt Christian Gasser, Geschäftsführer des Krematoriums Bern.
Die Wärmegewinnung aus den Öfen sei eine behördliche Auflage gewesen. Allerdings würde die Energie nur zu 50 Prozent ausreichen. Und im Sommer entweicht die Energie ungenutzt.
Die Pietätsfrage habe sich nie gestellt, so Gasser. Das sei halt so. Pläne für eine erweiterte Energienutzung seien nicht im Gange. (tmm)
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Solche Kremationsöfen erzeugen Wärme. Diese soll woanders eingesetzt werden. (Vario Press)