Also doch! Polizei sucht nach von Aeschs Komplizen

  • Publiziert: 06.09.2007, Aktualisiert: 20.01.2012
  • von paola pitton und andreas Klinger

ST.GALLEN – Bisher sagte die Polizei immer, Urs Hans von Aesch (66) allein habe Ylenia (5) entführt. Jetzt kommt aus: Schon seit fünf Wochen läuft die Fahndung nach einem zweiten Mann!

Die Staatsanwaltschaft hat schon am 2.August ein Strafverfahren gegen unbekannt eröffnet – zwei Tage nach Ylenias Entführung.

«Es wurde eröffnet, als klar war, dass von Aeschs Selbstmord und Ylenias Verschwinden zusammenhängen», bestätigt Thomas Hans-Jakob (51), Erster Staatsanwalt des Kantons St. Gallen.

Der zuständige Untersuchungsrichter Erich Feineis präzisiert im «St.Galler Tagblatt»: «Eine Dritttäterschaft kann nicht absolut ausgeschlossen werden.»

Das deckt sich mit den Beobachtungen von Zeugin Cathy S. (51) aus Herisau. Am Tag der Entführung hat sie Ylenia gesehen – zusammen mit von Aesch und zwei weiteren Männern sass das Mädchen in von Aeschs weissem Kastenwagen (im BLICK). Am Steuer sass ein Blonder. Nach den Angaben von Cathy S. stellte BLICK-Zeichner Urs Maltry ein Phantombild her.

Der Fall Ylenia hat bei der St. Galler Kapo immer noch Priorität. Derzeit analysieren Spezialisten das Material, das die spanische Polizei im Von-Aesch-Haus in Benimantell sichergestellt und den Schweizer Behörden zur Bearbeitung überstellt hat.

In die Analyse involviert ist auch die Sonderkommission (Soko) «Rebecca». Gestern tauschten die Mitglieder an ihrer zweiten Sitzung ihre Ermittlungsergebnisse aus.

Bis jetzt haben die Fahnder im beschlagnahmten Material noch keine Hinweise gefunden zu früheren Fällen. In den 80er-Jahren verschwanden mehrere Kinder. Einige wurden tot aufgefunden, andere werden noch immer vermisst. Die Auswertung wird aber noch Monate dauern.

Die Soko prüft auch das damalige Bewegungsfeld von Aeschs. «Dieses wird weiter vervollständigt», teilt die Soko mit. «Dabei geht es darum, aufgrund seiner damaligen privaten und beruflichen Kontakte einen möglichen Zusammenhang mit den ungelösten Fällen von vermissten Kindern in der Schweiz zu erkennen.»

Im Haus der von Aeschs in Benimantell ist es mittlerweile ruhig geworden. Die Polizei ist abgezogen. Dafür lebt Vreni von Aesch (58) wieder dort, nachdem sie einige Tage verschwunden war. Allerdings ist die Witwe von Aesch nur tagsüber auf dem Anwesen.

Nachbarn berichten, sie werde jeden Abend von einem Schweizer Paar aus dem nahen La Nucia abgeholt.

Es ist dasselbe Paar, das schon das Haus gehütet hat, als Vreni von Aesch nach dem Tod ihres Mannes in die Schweiz fuhr.

Ist der Fall Maddie bald gelöst?

PRAIA DE LA LUZ (Portugal) – Ist das der lang ersehnte Durchbruch im Fall Maddie? Britischen Kriminalistikern ist es gelungen, wichtige DNA-Spuren auszuwerten. Diese stammen aus der Ferienwohnung, aus der Madeleine (4) verschwand. Damit rücken die Eltern erneut in den Fokus der Ermittler. Gestern wurde Mutter Kate McCann erneut befragt. Heute ist Vater Gerry dran. Die Zeitung «Correia da Manha» berichtet sogar, dass ein speziell abgerichteter Polizeihund Leichengeruch an der Kleidung der Mutter festgestellt habe.
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